Bundestagswahl, USA, Nordkorea & Elektroauto

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Bundestagswahl

Warum die Themen dieses Wahlkampfes nicht zünden Es mangelt nicht an spannenden Themen. Doch gemessen an früheren Duellen ist der Bundestagswahlkampf bisher nur ein laues Lüftchen. Der Grund dafür liegt in der Kultur der großen Koalition und der Taktik der Kanzlerin. FAZ

Langeweile ist fast schon ein gutes Zeichen Bisher ist der Wahlkampf in Deutschland wenig mitreißend. Wir sollten jedoch froh sein, dass wir keine größeren Probleme haben. Tagesspiegel

Mein Zehnpunkteplan, den kein Politiker lösen kann Man kann nicht durch diesen Wahlkampf kommen ohne eigenen Zehn-Punkte-Plan, das wird mir immer klarer. Über Alternativlosigkeit wird schon genug geklagt, deshalb ist meiner ein alternativer Zehn-Punkte-Plan. Die Welt

Wie besiegt man Angela Merkel? Martin Schulz will im ZDF-Sommerinterview erklären, warum die SPD nach der Wahl den Kanzler stellen sollte. Doch so genau scheint er das auch selbst nicht zu wissen. Zeit

Der Pechvogel der deutschen Politik Martin Schulz hat das Unglück, dieses Jahr als Kanzlerkandidat der SPD antreten zu müssen. Seine Niederlage ist absehbar – wegen wahlkampftaktischer Versäumnisse, aber auch, weil der Partei charismatische Figuren abgehen. NZZ

Die alten Wanderschuhe der Kanzlerin Das Wanderoutfit der Kanzlerin bot vielerorts Anlass zu Spott und Häme. Doch der Schuss geht für einige Spaßvögel nach hinten los – und könnte Merkel sogar nutzen. FAZ

USA

Nach Charlottesville spaltet Trump, statt zu heilen Der Präsident hat von der extremen Rechten profitiert. Nach der Gewalt in Virginia will er sich nicht von den Neonazis distanzieren. Das ist unwürdig. Süddeutsche Zeitung

Trump steckt in der rechten Zwickmühle Die Rechtsextremen haben den Präsidenten gewählt. Darum schont er sie nach den Ausschreitungen in Charlottesville. Das ist fatal. Tagesspiegel

Ein Fall von Nazi-Terrorismus in Amerika Donald Trump hat bisher die Rechtsradikalen und Neonazis hingenommen, die sein dubioser Berater Bannon hinter sich sammelte. Das Attentat von Charlottesville empört alle. Warum nicht den Präsidenten? Die Welt

Ein gebrochenes Tabu Einst grenzten sich die US-Republikaner von den Ultrarechten ab – Trump setzte auf sie. Frankfurter Rundschau

Mut zur Gewalt, dank Donald Trump Donald Trump hat Neonazis im Wahlkampf gezielt umworben. Ihr neues Selbstbewusstsein führte zu dem Terrorismus von Charlottesville. taz

Ein bitterer Beigeschmack Ausgerechnet zu den Neonaziprotesten in Charlottesville findet Trump keine klaren Worte. Der Präsident will Amerikas Rechte nicht vergraulen, weil er auf sie zählt. Zeit

Der Terror von innen Eine rechtsextreme Kundgebung artet in den USA in Gewalt aus, es gibt eine Tote und viele Verletzte. Präsident Trump wird vorgeworfen, dass er die Schuldigen nicht beim Namen nennt. Bonner General-Anzeiger

Die Geister, die Trump rief Der Hass der Ultrarechten, der in Virginia eskalierte, ist tief in der amerikanischen Vergangenheit verwurzelt. Zusätzlichen Aufwind haben sie durch Trumps Wahl erhalten. Nun muss der Präsident sich klar von ihnen distanzieren. NZZ

Der finstere Bund zwischen Trump und Bannon Vor einem Jahr übernahm Steve Bannon den Wahlkampf des Milliardärs. Er setzte auf wütende weiße Männer und lockte die „New York Times“ in die Falle. Nach Trumps Sieg fiel er in Ungnade – aber nur kurz. Süddeutsche Zeitung

Why Won’t Trump Call Out Radical White Terrorism? It is precisely at moments like this that an American president should speak up directly on behalf of the American creed. The Atlantic

Republicans stand up to Trump over Charlottesville comments Members of his party are starting to carefully take on the president, though they have so far remained willing to work on his policy agenda. Politico

Surviving America’s Political Meltdown The US political system is falling apart, with the Trump administration having proved unable to manage a domestic economic agenda or a coherent foreign policy. Understanding the sources of this collapse is critical to overcoming it. Project Syndicate

Nordkorea

Ist das US-Militär vernünftiger als der Präsident? Der kriegslüsterne General ist eine Hollywood-Figur, denkt man an „Dr. Strangelove“ oder „Apocalypse now“. Heute sitzt ein Unberechenbarer im Weißen Haus und die Besonnenheit der Armee ist gefragt. Die Welt

Merkel will kein Kriegsgeschrei Berlin macht sich stark für eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Nordkorea. Denn eine Eskalation hätte auch für Deutschland Folgen. Süddeutsche Zeitung

Trumps Tarzan-Gebaren ist unverantwortlich Im Konflikt droht Donald Trump weiter. Dabei weiß keiner, wie Kim reagiert, wenn er in die Enge getrieben wird. Tagesspiegel

Ende der Sorglosigkeit Die martialischen Drohgebärden von Donald und Kim, zweier völlig unberechenbarer politischer Figuren mit nuklearem Potenzial, haben die Finanzmärkte lange kaltgelassen. Seit einigen Tagen scheint sich dies zu ändern. Börsen-Zeitung

Back Channel to North Korea Can secret contacts between Pyongyang and Washington help chart a path out of the crisis? The Atlantic

Elektroauto

Merkels Nein zur E-Auto-Quote ist zu wenig Die Kanzlerin lehnt den SPD-Plan zur Förderung der Elektromobilität ab. Was will sie denn gegen Dieselkrise und Verkehrskollaps tun? Tagesspiegel

Auto-Wahlkampf Die Wahlkämpfer haben die Dieselaffäre und die Autoindustrie als Themen entdeckt. Aber so recht wollen auch dieses Themen nicht anspringen, denn die Dinge sind komplex Bonner General-Anzeiger

Umweltlüge Elektroauto? Von wegen! Elektroautos sind teuer, haben zu wenig Reichweite und sind in Wahrheit nicht mal umweltfreundlicher als ein moderner Diesel oder kleiner Benziner. Das liest und hört man derzeit immer wieder. Stimmt das? Wirtschaftswoche

Einer von vielen Schritten Es wird nie ein flächendeckendes Oberleitungsnetz geben. Aber das Pilotprojekt mit E-Lastwagen dürfte zeigen: Ein Teil des Güterfernverkehrs lässt sich umweltschonender bewältigen als bisher. FAZ

Deutschland, deine Staatsunternehmen Brauereien, Sparkassen, die Bahn: In Deutschland haben Firmen mit staatlicher Beteiligung Tradition. Doch bei Volkswagen zeigt sich: Die Interessenskonflikte sind immens. Süddeutsche Zeitung

…one more thing!

Siebzig Jahre Einsamkeit Die Realität Indiens ist durch eine verwirrende Vielfalt von Lebensweisen geprägt. Siebzig Jahre nach seiner Gründung am 15. August 1947 hat das Land das Trauma der Teilung noch immer nicht verdaut. NZZ

Leitartikel

In den USA tobt ein Kulturkrieg Es geht um Freiheitsrechte, Geschichtsdeutung, Waffen oder sexuelle Orientierung. In Charlottesville wurde der Kampf nun auf die Straße getragen. Doch es ist nicht Trumps Kampf. Süddeutsche Zeitung

Trumps übles Kalkül Amerikas Präsident ist selten um einen markigen Spruch verlegen. Doch die Schuld an rechtsextremer Gewalt in Charlottesville verteilt er auf alle Anwesenden. Das verstört. FAZ

Frieden, Freude und gut Geld im Föderalismus Die Reform des Länderfinanzausgleichs ist kein Schritt in Richtung Zentralstaat, wie viele sagen. Allen wird geholfen, den Ländern und auch dem Bund. Das Saarland freut sich über mehr Zuwendungen. Die Welt

So wie bisher geht es nicht weiter Deutschland ist zu sehr aufs Auto fixiert. Nur ein anderes Verkehrskonzept löst die Schadstoff-, Klima- und Lärmprobleme. Frankfurter Rundschau

Der Speck muss weg Das Haushaltsbuch der Nation hat ordentlich Speck angesetzt. 2980 Seiten braucht die Regierung, um alle Ausgaben aufzulisten. Bild

Alpentraum Wie sich das bedrohte Paradies wandelt Spiegel (Print)

Der deutsche Luft-Atlas Die Wahrheit über unsere Luft Focus (Print)

President Trump flunks a moral test Donald Trump, a man of strong views, proves oddly ambivalent—once again—about white-supremacist violence Economist

Trump Blamed the Violence in Charlottesville ‘On Many Sides.’ Republicans Must Reject That. Members of the GOP have a duty to condemn a Republican president who had done everything in his power to divide the country. The Nation

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