Koch, Ukraine-Krise, Gaza, Ebola & Ecclestone

0
522

Für ein Comeback Roland Kochs ist es noch zu früh Noch ist nicht klar, ob der Ex-Ministerpräsident bei Bilfinger Fehler machte oder an den Umständen scheiterte. Aber mittelfristig wäre er als EU-Kommissar oder Bundesminister nicht fehl am Platz. Die Welt

Er hatte es nicht mehr im Griff Roland Koch wollte es richtig gut machen und bei Bilfinger allen zeigen, dass er Wirtschaft kann. Er ist grandios gescheitert – und Mitleid ist nicht angebracht. FAZ

Hut ab vor dieser Karriere Roland Koch ist als Manager gescheitert. Dennoch brauchen wir mehr Politiker, die Wirtschaft wagen. Handelsblatt

Was am Fall Roland Koch gewöhlich und ungewöhnlich ist Der frühere Ministerpräsident Roland Koch tritt als Konzernchef von Bilfinger zurück. Kochs zweite Karriere wurde jäh unterbrochen. Ob sie gänzlich beendet ist, wird die Zeit zeigen. Als Beleg für eine angebliche Unvereinbarkeit von Politik und Wirtschaft taugt der Fall jedenfalls kaum. WAZ

Das Roland-Koch-Experiment – brutalstmöglich gescheitert Können Spitzenpolitiker zum Wirtschaftsboss umschulen? Der Fall des erfolglosen Bilfinger-Chefs Roland Koch zeigt, dass so ein Wechsel nur sehr schwer möglich ist. Zeit

Ukraine-Krise

Wir brauchen einen Marshallplan für die Ukraine Während sich Russland immer mehr von der EU distanziert, rückt die Ukraine immer näher. Dort können die Europäer zeigen, dass die politische Integration durch wirtschaftliche Verflechtung möglich ist. Die Welt

Straße um Straße, Block um Block Am 24. August, dem Unabhängigkeitstag, soll alles vorbei sein. Bis dahin will die ukrainische Armee Donezk und Lugansk unter Kontrolle bringen. Die Separatisten geraten in die Defensive, Russland zieht Truppen zusammen. Droht ein Entscheidungskampf? Süddeutsche Zeitung

Der Traum des Musterschülers Die ukrainischen Regierungstruppen bereiten den Sturm auf Donezk vor. Slawjansk haben sie schon zurückerobert. Dort beginnt nun der zähe Kampf um die Einheit und das Vertrauen der Menschen. Singen und Flaggen schwenken werden nicht ausreichen. FAZ

Auf leisen Sohlen Wladimir Putin hat alle übertölpelt. Der fast unblutige Blitzkrieg, mit dem Russlands Staatschef im März die ukrainische Krim wieder an Russland anschloss, verdutzte selbst die USA. Bonner General-Anzeiger

Furcht vor dem großen Nachbarn Die Nähe zu Russland zwingt die Nordeuropäer in der Ukraine-Krise dazu, ihre Sicherheitspolitik zu überdenken. Schweden will wieder in seine Armee investieren – und denkt wie Finnland über einen Nato-Beitritt nach. Süddeutsche Zeitung

Russland droht mit höheren Energiepreisen – und schadet sich damit vor allem selbst Die internationalen Öl- und Gasmärkte sind entspannt, es gibt Überangebote. Sollten die Energielieferungen aus Russland sich künstlich verteuern, könnte man auf andere Lieferanten ausweichen. Zudem würde Vertrauen in Russland als verlässlicher Energielieferant verloren gehen. Das wird man in Russland ganz sicher nicht aufs Spiel setzen wollen. Huffington Post

The Dark Side of Interdependence How Global Ties Tied Our Hands in Russia Foreign Affairs

Vladimir Putin is the new bad weather The bogeyman of Ukrainian unrest is replacing snow as a reason to expect worse earnings. Just ask VW, Adidas or McDonald’s. The World Cup goes the other way, helping Adidas (again), Twitter and maybe Disney. The message could be muddled when Russia and soccer converge in 2018. Breakingviews

Gaza

Frieden als Sieg in Gaza Die Hamas ist nicht so geschwächt, dass sie niemals mehr ihr Haupt heben kann – sie hat aber auch verloren, weil sie massiv in diesen Krieg investiert hat. Wie kann es in Gaza jetzt weitergehen? Tagesspiegel

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg Die Waffenruhe ist eine Chance, das Blutvergießen zu beenden. Da aber im Nahen Osten selten eine Gelegenheit ausgelassen wird, eine Chance zu verpassen, sollten die Hoffnungen gebremst werden. WAZ

„Trümmer, wohin man schaut“ Im Gazastreifen kehren die Vertriebenen in die Trümmer ihrer Häuser zurück. Ein FR-Autor berichtet: Von Kindern, die ohne Todesgefahr spielen und von Menschen, die nicht an den Neuanfang glauben. Frankfurter Rundschau

Besser ein toter Soldat als ein entführter Soldat? Der Gaza-Krieg scheint vorerst zu Ende, die Debatte hält an. Israelische Offiziere sollen verhindern, dass ihre Soldaten entführt werden – mit allen Mitteln. Die Verschleppten freizupressen, fordert aus Sicht der Armee einen viel höheren Preis. Süddeutsche Zeitung

„Wir haben aufgehört zu weinen“ Mitgefühl und Skepsis prägen eigentlich die jüdische Kultur. Der israelische Autor Etgar Keret über Gaza und die verloren gegangene Kunst des Debattierens. Zeit

Kein Frieden ohne Vertrag Wenn Israel Frieden will, muss es einen gleichberechtigten Staat Palästina in den Grenzen von 1967 akzeptieren und darf dafür im Gegenzug eine Anerkennung seines Existenzrechts erwarten. Berliner Zeitung

Sind Muslime wirklich unfähig zur Selbstkritik? Über Israel oder „den Westen“ regt man sich gerne auf. Aber wenn in Syrien und im Irak Muslime abgeschlachtet werden, ist das selten der Rede wert. Und die friedliche Mehrheit der Muslime schweigt. Die Welt

Gottesstaat für Einsteiger Das irakische Magazin „Dabiq“ wirbt für den Dschihad – auf Arabisch natürlich, aber mit seiner englischsprachigen Online-Ausgabe auch im Ausland. Zielgruppe sind junge Migranten oder Konvertiten in Europa, Russland und Amerika. Süddeutsche Zeitung

Teuflische Taktik gegen religiöse Minderheiten Wo die bärtigen Kämpfer des Islamischen Staats mit Waffengewalt vordringen, verbreiten sie Angst und Schrecken. Andersgläubige stellen sie vor die Wahl: Exodus, sofortiger Übertritt zum Islam – oder Tod. Zehntausende Menschen ergreifen im Nordirak die Flucht. Süddeutsche Zeitung

Ebola

Fiebermessen am Flughafen 200 Millionen im Kampf gegen Ebola: Die Weltbank kündigt Hilfe für die Länder an, die bisher völlig überfordert sind – es wächst auch die Sorge, dass die Seuche Deutschland erreicht. Süddeutsche Zeitung

„Ein Gefühl wie mit Tassen einen Großbrand zu löschen“ Zu wenige Helfer, marode Verkehrswege, Misstrauen in der Bevölkerung: Der deutsche Virologe Thomas Strecker berichtet von seinem Einsatz in einem Ebola-Labor in Guinea. Zeit

Wenn die Angst vor den Weißen größer ist als vor dem Virus Märkische Oderzeitung

So bereitet sich Deutschland auf die Ebola-Epidemie vor Huffington Post

An Ebola Vaccine: Not the Answer Instead, we need a treatment and better quarantine measures. The Atlantic

Bernie Ecclestone

Der Große Preis von München Formel-1-Chef Bernie Ecclestone kommt für eine Zahlung von 100 Millionen Dollar frei. Das scheint den Volksspruchweisheiten recht zu geben: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Aber so einfach ist das nicht. Tagesspiegel

Bernie Ecclestone kauft sie einfach alle Aus Sicht der Staatsanwälte mag es verständlich sein, dass der Formel-1-Chef sich für 100 Millionen Dollar frei kaufen kann. Doch aus rechtsstaatlicher Sicht ist diese Gerichtsentscheidung schlimm. Die Welt

Der Zirkus Zweiklassen-Justiz? Die Einstellung des Verfahrens gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone weist Merkwürdigkeiten auf. FAZ

Ecclestones One-Man-Show Der Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone hat auch im Prozess wegen Bestechung vor dem Münchner Landgericht das getan, was er zeitlebens getan hat und was er besser kann als die meisten anderen: einen Deal. NZZ

Lief ja wie geschmiert Bernie Ecclestone kauft sich für 100 Millionen Dollar von seinem Prozess frei. Ob er einen BayernLB-Manager bestochen hat, wird nie geklärt werden. Ist das gerecht? Zeit

Die Großen lässt man laufen? Diese merkwürdigen Wesen namens „Landesbank“ muss man erst mal verstehen: Dass die LBBWs, BayernLBs & Co. sozusagen Behörden und ihre Vorstandsmitglieder „Amtsträger“ sind – das lernt man schon hierzulande nicht in der Schule. Wie soll es erst ein Formel-1-Boss kapieren? Börsen-Zeitung

Warum sich Bernie Ecclestone freikaufen darf Die Armen hängt man, die Reichen lässt man laufen? Der Satz ist falsch. Und er wird auch nach dem nun erzielten 100-Millionen-Dollar-Vergleich im Fall Ecclestone nicht richtiger. Handelsblatt

Einstellung gegen Millionen 1300 Euro für das Randalieren unter Alkoholeinfluss, 15 000 Euro bei Sterbehilfe: Immer häufiger kürzt die Justiz aufwendige Prozesse ab – gegen Zahlung von Geldauflagen. Der Paragraf der Strafprozessordnung soll helfen, in Ausnahmefällen das Recht menschlich zu gestalten. Aber wer bekommt am Ende das Geld? Süddeutsche Zeitung

…one more thing!

Mit äußerster Brutalität Gescheiterte Großprojekte wie Elbphilharmonie oder Berliner Flughafen, Razzien auf Baustellen: Die Bauindustrie hat ein schlechtes Image. Zu Unrecht, sagen die Unternehmer selbst. Schuld sei die Politik. Süddeutsche Zeitung

Leitartikel

Koch schließt die Tür Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch hat als Konzernchef nicht reüssiert. Ist die Tür nun wieder zu für Wechsel von Politikern an die Spitze von Firmen? Frankfurter Rundschau

Glücksfall Gauck Der Bundespräsident ist beliebt im Volk. Doch in jüngster Zeit häufen sich Angriffe auf die Amtsführung von Joachim Gauck. Dabei verkörpert er genau das, was die Deutschen brauchen Die Welt

Letzte Chance vor der nächsten Eskalation Die Russen machen am Rand der Ukraine mobil. Es wird Zeit, dass die Politik im Westen aus den Sommerferien zurückkehrt und die Folgen einer neuerlichen militärischen Grenzüberschreitung benennt: eine politische und ökonomische Eiszeit. Süddeutsche Zeitung

Feuerpause Die Waffen in Gaza sollen ruhen. Die israelische Armee hat ihre militärischen Ziele weitgehend erreicht. Der Preis dafür war hoch. Doch nun eröffnen sich auch Chancen. FAZ

Freie Fahrt für Ecclestone Das Verfahren gegen den Formel-1-Chef Bernie Ecclestone wird gegen 100 Millionen Dollar eingestellt. Doch weder eignete sich der Fall für eine Einstellung, noch war es ein „geeigneter Fall“ für einen Deal. Die Einstellung des Verfahrens ist eine Frechheit. Berliner Zeitung

Geld regiert die Justiz! Die Münchner Gerichtsentscheidung ist ein schwerer Schlag gegen jedes Rechtsempfinden. Der Bürger fragt: Was ist die gerechte Strafe? Bild

„Wir brauchen menschliche Studien“ Die Ebola-Katastrophe in Afrika macht deutlich, wie wichtig ein Impfstoff wäre. Thomas Geisbert arbeitet an einem solchen Stoff. Der Virologe beschreibt, warum das nicht so einfach ist und wie es trotzdem klappen könnte. Handelsblatt

Dear Guests Some new and significant things were revealed in the Gaza war. New York Times

Nigerian girls deserve continued attention Our view: The response of President Goodluck Jonathan, in Washington for a summit this week, doesn’t inspire much confidence. USA Today

Our top priority is to rescue the girls Opposing view: President Goodluck Jonathan will not be stampeded into ordering any rescue attempt that may further endanger the girls. USA Today

KEINE KOMMENTARE