Coronavirus, CDU, AfD, USA, Sterbehilfe, Harvey Weinstein & Hosni Mubarak

Coronavirus

Das Virus ist da, nun müssen wir Zeit gewinnen Die Corona-Pandemie zu verhindern, ist gescheitert. Nun muss die Ausbreitung von Sars-CoV-2 mit allen Mitteln verlangsamt werden. So ist Deutschland darauf vorbereitet. Zeit

Es ist fahrlässig, wie hilflos Deutschland in diese Krise stolpert Das Coronavirus breitet sich aus – und trifft in Deutschland auf ein erschreckendes Kompetenzwirrwarr. Nicht einmal über Inkubationszeit und Letalität des Virus ist man sich einig, geschweige denn darüber, wie lange eine Quarantäne dauern sollte. Die Welt

Ein schmaler Grat Panisch? Besonnen? Lax? Europäische Politikerinnen und Politiker haben für Covid-19 noch nicht die richtige Strategie gefunden. Frankfurter Rundschau

Warum Italien so stark vom Coronavirus betroffen ist Flächendeckende Tests sind eine Erklärung – aber auch Kompetenzgerangel im Gesundheitswesen. Das entfacht einen politischen Streit. Süddeutsche Zeitung

Gefahr aus dem Süden Das Coronavirus hat auch die Schweiz und Österreich erreicht. Dort nutzen rechte Politiker es für ihre politische Agenda: Sie fordern Grenzschließungen. Zeit

Keine Panik Das Letzte, was in der Corona-Krise gebraucht wird, ist Panikmache. Der Bundesverband der Deutschen Industrie geht mit schlechtem Beispiel voran. FAZ

Wirtschaftsgut Gesundheit Der Schutz vor Krankheit ist ein wertvolles Gut. Die Behörden sollten ruhig noch mehr investieren, um auf die nächste Seuche besser vorbereitet zu sein Bonner General-Anzeiger

Coronavirus wirbelt die Lieferketten durcheinander – Firmen pochen auf „höhere Gewalt“ Lieferanten reklamieren immer öfter höhere Gewalt, um Ansprüche ihrer Kunden abzuwenden. Doch Juristen warnen, dass es so einfach nicht ist. Handelsblatt

CDU

Der große Streit in der CDU kommt erst noch Friedrich Merz oder Armin Laschet mit Jens Spahn: Die beiden Lager stehen für völlig gegensätzliche Vorstellungen über die Zukunft der CDU. Von einem zu heftigen Richtungskampf aber werden andere profitieren. Die Welt

Das Zweckteam Armin Laschet will der nächste Kanzler werden. Jens Spahn unterstützt ihn dabei. In Berlin erklären sie, was sie ihren Rivalen Merz und Röttgen voraushaben. Zeit

Offener Machtkampf Die Kandidaten für den Vorsitz der Christdemokraten werden bie zum Parteitag im April noch sagen, mit welchen politischen Themen sie ihre Partei in die Ära nach Merkel führen wollen. Frankfurter Rundschau

Die CDU hat die Wahl: lieber impulsiv, integrativ oder intellektuell? Inhaltlich unterscheiden sich die Kandidaten nur in Nuancen. Deshalb geht es bei der Entscheidung für den nächsten CDU-Chef vor allem darum, welcher Typus Politiker am meisten Erfolg verspricht. Wirtschaftswoche

Die Zeit des Zuhörens im Osten ist längst abgelaufen Wer den Osten jetzt überzeugen will, braucht ein Programm und Mut zum Handeln. Die Westmänner Laschet, Merz und Röttgen kommen mit ihrem Angebot reichlich spät. Berliner Zeitung

Der Beharrliche Der NRW-Ministerpräsident will CDU-Chef und Kanzler werden. Der konservative Jens Spahn unterstützt ihn dabei. Wer also ist dieser Armin Laschet? taz

Das Duo Laschet und Spahn ist stärker als die Ich-AG Merz Jens Spahn als Vize einzubinden, ist ein Coup von Armin Laschet. Das Duo sollte Favorit um den Parteivorsitz sein. Denn Friedrich Merz geht es nur um sich selbst. Augsburger Allgemeine

Ein brutaler Satz Nach seinem maximal breitbeinigen Bewerbungsauftritt wissen wir: Auch die Merz’sche Strategie gegen Rechtsextremismus passt auf einen Bierdeckel. Zeit

„Die CDU wird Angela Merkel noch sehr vermissen“ Ruprecht Polenz war Angela Merkels erster Generalsekretär. Nun erklärt der CDU-Politiker, woran Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteichefin gescheitert ist – und nennt seinen Favoriten im Rennen um ihre Nachfolge. Süddeutsche Zeitung

Machtkampf in der CDU – Wer rettet die Partei? Wer wird der noch-amtierenden Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer nachfolgen? Wer kann die zerstrittene CDU einen? Wer kann Kanzler? phoenix runde 25.02.20

AfD

Die AfD will Volk und Land von den verachteten Demokraten „zurückholen“ Die Zeit für Beschwichtigungen im Umgang mit der AfD ist vorbei: Selbst eine Regierungsbeteiligung würde die Rechtsradikalen nicht einhegen. Im deutschen Osten kann nur noch eine Demokratieoffensive helfen. Die Welt

Sturmfest und erdverwachsen Im Norden gehen die Uhren anders. Wer wissen will, warum die AfD es nur knapp in die hamburgische Bürgerschaft geschafft hat, kommt um eine kleine mentalitätsgeschichtliche Tiefenbohrung kaum herum. FAZ

Berlin ist nicht Weimar. Das hat Hamburg gezeigt Die Hamburger Bürgerschaftswahl hat eines klargemacht: Um diese Demokratie muss man sich nicht so sehr sorgen. Ihre Bürger sind entschlossen, sie zu verteidigen. Zeit

USA

Auf der Suche nach seinem Schwachpunkt In der letzten Debatte der Demokraten vor dem Super Tuesday wurde vor allem Spitzenreiter Bernie Sanders attackiert. Bei einem Thema bot er besonders viel Angriffsfläche. Zeit

Wall Street Can’t Burn Bernie America’s plutocrats and their media allies are certain that US presidential candidate Bernie Sanders is unelectable, or that, if somehow elected, he would bring about the collapse of the republic. This disdain is both telling and absurd. Project Syndicate

Democrats needed a good debate, but got a bad one It was a wasted couple of hours for a party and candidates who don’t have time to waste. Politico

The Loudest Debate Yet Days before two race-defining contests, the seven Democrats seemed worried about what’s next. The Atlantic

Sterbehilfe

Eine Entscheidung zwischen Angst und Hoffnung Am Mittwoch entscheidet das Bundesverfassungsgericht über die Zulässigkeit von Sterbehilfe. Doch wann ist der Tod sozial verträglich? Tagesspiegel

Die Freiheit am Ende des Lebens So intensiv wie selten hat das Bundesverfassungsgericht über die Selbstbestimmung von Patienten im Angesicht des Todes beraten – nun fällen die Richter ein Urteil. Süddeutsche Zeitung

Ärztlich assistierter Suizid darf keine Straftat mehr sein Der Paragraf 217 kriminalisiert die ärztliche Suizidhilfe. Sterbende werden so in höchster Not alleingelassen. Das Bundesverfassungsgericht kann dies heute beenden. Zeit

Gibt es ein Recht zu sterben? Sein Bruder war unheilbar krank und entschied sich für Sterbehilfe in Zürich. Damals zweifelte Bartholomäus Grill an diesem Schritt, heute befürwortet er den assistierten Freitod – unter strengen Vorgaben. Spiegel

Belgien, Vorreiter der Sterbehilfe? Am Mittwoch entscheidet das Bundesverfassungsgericht über Sterbehilfe in Deutschland. Belgien sichert unheilbar kranken Bürgern seit 2002 dieses Recht zu. Blick in ein Land mit einem der liberalsten Gesetze weltweit. Deutschlandfunk

Harvey Weinstein

Hollywoods liebster Gangster Harvey Weinstein wurde viele Jahre lang bewundert – nicht zuletzt, weil er sich aufführte wie die Hauptfigur eines Gangsterfilms. Nun wird er dafür bestraft. Der Fall zeigt Hollywoods Doppelmoral. Spiegel

Die Systematik bleibt ungestraft Der Schuldspruch gegen den Ex-Produzenten ist nur ein Teilerfolg. Berliner Zeitung

Glaubt den Frauen! Der Schuldspruch für Harvey Weinstein ist ein großartiges Zeichen. Aber solange Männer nicht einsehen, dass es bei sexuellen Übergriffen keine Grauzonen gibt, gibt es in der Debatte noch viel zu tun. Frankfurter Rundschau

Jenseits vernünftigen Zweifels Gut zwei Jahre nach dem Start der „MeToo“-Bewegung durch Vorwürfe gegen Harvey Weinstein hat ein US-Gericht den früheren Hollywood-Mogul wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen. Weinstein drohen nun Jahre in Haft. Das Strafmaß wird später verkündet. Die Welt

Harvey Weinstein sitzt – welchen Frauen das nützt Wäre Harvey Weinstein schuldlos davongekommen, hätte das die Opfer sexueller Gewalt verhöhnt. Was das Urteil nicht bedeutet: Männer pauschal zu diffamieren. NZZ

Hosni Mubarak

Ein verblasster Machthaber Hosni Mubarak war kein Mann charismatischer Auftritte. Er bevorzugte die Routine – und unterschätzte deshalb den Arabischen Frühling. Zum Tod von Ägyptens Ex-Präsidenten Zeit

Der gestürzte „Pharao“ Mehr als 30 Jahre war Mubarak in Ägypten an der Macht, bevor er 2011 während des Arabischen Frühlings gestürzt wurde. Der „Pharao“ sah sich aber als Diener des Volkes. Nun ist er mit 91 Jahren gestorben. Tagesschau.de

Hosni Mubarak, ex-despot of Egypt, died on February 25th, aged 91 Three suffocating decades in power were ended by revolt Economist

Mubarak’s downfall taught Egypt’s Sisi key lessons Like the pharaohs who preceded him millennia ago, Hosni Mubarak valued stability and continuity above all else. That obsession ultimately proved the undoing of the Egyptian strongman. Breakingviews

Hosni Mubarak Is Dead, and His Downfall Is His Legacy The Egyptian strongman’s presidency ended in 2011, but the factors that led to his political demise remain. Foreign Policy

…one more thing!

Dem Volk auf’s Maul geschaut Ein Forscherteam hat Österreicher gefragt, was sie für gerecht halten. Fazit: Das Land ist gar nicht so polarisiert, wie man annehmen könnte. Zeit

Leitartikel

Europa kann auch einig sein Gegenüber London zeigt sich die EU erfreulich geschlossen. Auf EU-Chefunterhändler Michel Barnier wartet trotzdem eine schwere Aufgabe. Süddeutsche Zeitung

Auf maximale Distanz Vor Beginn der Verhandlungen über das künftige Verhältnis haben Brüssel und London ihre „roten Linien“ gezogen. Bleiben sie dabei, dürfte sich der Raum für Kompromisse bald als eng begrenzt erweisen. FAZ

Hessens dunkle Tage: Wir müssen gemeinsam gegen Rassismus, Hass und Gewalt kämpfen Erst Hanau, dann Volkmarsen: Jetzt muss es darum gehen, Menschenfeindlichkeit in jeder Form zu bekämpfen. Frankfurter Rundschau

Es gibt viele Fragen, Herr Laschet! NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will das Erbe von Kanzlerin Angela Merkel antreten. Bild

SPD, Grüne und CDU sind kein Dream-Team, regieren aber pragmatisch Nach der Wahl war die Situation ähnlich schwierig wie in Thüringen. Doch das Dreier-Bündnis zeigt: Erfolgreiches Regieren kann trotzdem gelingen. Tagesspiegel

Was wir gegenwärtig erleben, ist nur Auftakt der großen Unruhe Sollte Russland einen Nato-Bündnispartner angreifen, würde nicht einmal die Hälfte der europäischen Bürger eigene Streitkräfte schicken wollen. Die Wegduck-Haltung, den Amerikanern die unangenehmen Wahrheiten zu überlassen, könnte sich noch böse rächen. Die Welt

Wie Griechenland mit sich zuspitzender Flüchtlingsnot kämpft – „Alle wollen nach Deutschland“ In Griechenland bahnt sich eine humanitäre Notlage an. Während sich der Zustand in Insellagern verschlimmert, wächst der Druck auf die EU-Grenzen. Ortsbesuch auf Lesbos. Handelsblatt

Dems, You Can Defeat Trump in a Landslide You can promise voters something our narrow-minded president won’t. New York Times