Sicherheitskonferenz, NSA, Schuldenkrise & Alice Schwarzer

Das Lied von der deutschen Verantwortung. Die hegemoniale Phase der USA ist vorbei, die weltpolitische Ordnung ändert sich radikal. Bundespräsident Gauck und Regierungsmitglieder fordern nun eine stärkere Einmischung Deutschlands in der Welt. Dahinter steckt keine Tageslaune, sondern eine ernsthafte Sorge. Süddeutsche Zeitung

Ich Erster Alles! In Berlin (und München) ist derzeit viel vom Ende der außenpolitischen Zurückhaltung die Rede – unter besonderer Berücksichtigung des afrikanischen Kontinents. In Wirklichkeit ist die Sache harmlos. FAZ

Wort und Tat. Die deutsche Verbaloffensive von Gauck, Steinmeier und von der Leyen für stärkeres internationales Engagement kommt sehr gut an. Aber steht auch das Kanzleramt hinter der neuen Linie? Deutschland muss in Syrien und der Ukraine zeigen, dass es mehr zu bieten hat als Ankündigungen Spiegel

Nun mal langsam, Frau von der Leyen Gauck, von der Leyen, Steinmeier: Deutsche Spitzenpolitiker fordern, das Land müsse seine Zurückhaltung bei Militäreinsätzen aufgeben. Doch was sollen deutsche Soldaten in Afrika? In Afghanistan ist das Wagnis, auf diese Weise Demokratie zu bringen, allenfalls in Ansätzen gelungen. WAZ

Alle Augen auf Klitschko Münchener Sicherheitskonferenz: Alle Augen auf Klitschko. Die Ukraine überschattet die Münchener Sicherheitskonferenz. Star-Gast: Oppositionsführer Vitali Klitschko. Auf der Bühne bringt er den ukrainischen Außenminister mit Gräuel-Fotos in Bedrängnis Handelsblatt

Klitschko als geschätzter Bittsteller. Solidarität ist dem Oppositionsführer aus Kiew zu wenig. Die Welt soll die Regierung der Ukraine unter Druck setzen, damit die Gewalt aufhört Die Zeit

Vitali Klitschko ist bei der Sicherheitskonferenz ein Star. München. Vitali Klitschko ist der Star bei der Sicherheitskonferenz in München. Sein Kampf um eine neue, Europa zugewandte Ukraine wird hier von Staatenlenkern und Spitzen-Militärs aus über 50 Staaten aufmerksam verfolgt. Alle sprechen ihm Mut zu, doch richtig aus dem Dickicht traut sich der Westen nicht. WAZ

Gipfeltreffen der Ratlosen. Ob Syrien, Ukraine, Nahost oder Iran – bei der Sicherheitskonferenz in München herrschen Stillstand und vages Hoffen auf bessere Zeiten. Das Vakuum in der Weltpolitik macht sich schmerzlich bemerkbar. Spiegel

Der Westen sehnt sich nach einem harmlosen Iran. Die Münchner Sicherheitskonferenz hat gezeigt, wie wachsam Europa sein muss: Rhetorisch geschickt hat Irans Außenminister Sarif den Westen um den Finger gewickelt. Israelis und Saudis sind alarmiert. Die Welt

Iran will Waffenstillstand in Syrien. „Das Blutvergießen in Syrien muss ein Ende haben.“ Der iranische Außenminister Zarif dringt auf einen schnellen Waffenstillstand in Syrien. Eine Lösung ohne Assad bezeichnete er im Gespräch mit der F.A.Z. als „Illusion“. FAZ

Der Besuch der alten Herren. 363 Jahre Weltpolitik auf einer Bühne: Bei der Sicherheitskonferenz trafen sich Helmut Schmidt, Egon Bahr, Henry Kissinger und Valéry Giscard d’Estaing. Die Kalten Krieger sprachen über eine neue, unübersichtliche Welt. Handelsblatt

Gegen alles Böse. Die einen demonstrierten gegen Krieg und NSA, die anderen gegen Hunger, Kapitalismus oder türkische Kampfjets. Der Protest gegen die Münchner Sicherheitskonferenz zerfasert – und verliert seit Jahren an Wucht. Süddeutsche Zeitung

Putin steckt Milliarden in die „nationale Verteidigung“ Die Verhandlungen zwischen Russland und den USA über den Aufbau einer Nato-Raketenabwehr und neue Waffensysteme stagnieren. Davon profitiert besonders die russische Seite Handelsblatt

Als die Sicherheitskonferenz noch Wehrkundetagung hieß. In München suchen Politiker wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier nach Lösungen für die vielen internationalen Konflikte. Männer der ersten Stunde wie Helmut Schmidt und Henry Kissinger erinnern sich, wie man es vor 50 Jahren gemacht hat. Wirtschaftswoche

NSA-Affäre

Kein bisschen Sorry. Auf der Sicherheitskonferenz trafen deutsche und amerikanische Regierung erstmals nach den NSA-Enthüllungen aufeinander. Eine Entschuldigung aber kam den USA partout nicht in den Sinn. Stattdessen mahnte Außenminister Kerry, das Thema endgültig abzuhaken. Spiegel

Hier lächeln sieden NSA-Ärger weg. Nach der Verärgerung über den NSA-Skandal umgarnen die USA ihre Partner in Europa Bild

Das Geheimdienst-Dilemma. Vielen Amerikanern ist mittlerweile klar geworden: Misstrauen und Zorn der Deutschen sind groß. Die Bundesregierung erwartet einen Vertrauensbeweis. Wie dieser aussehen soll, ist unklar. FAZ

Angst vor Lauschangriff wächst. Nach der NSA-Affäre fürchtet die deutsche Wirtschaft zunehmend von anderen Staaten bespitzelt zu werden. Schon jetzt verursacht Datendiebstahl jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Doch es gibt auch Krisengewinner. Süddeutsche Zeitung

Why Obama’s NSA Reforms Are Only a First Step. The president has made a step toward better oversight, but his proposals leave the agency’s system of dragnet surveillance mostly intact. The Nation

The Inside Story of Tor, the Best Internet Anonymity Tool the Government Ever Built Businessweek

Schuldenkrise

Noch ein Hilfspaket für Griechenland? Wolfgang Schäuble lässt in seinem Ressort Optionen für ein weiteres Hilfsprogramm für Griechenland prüfen. Der Vorstoß des deutschen Finanzministers freut aber weder die Griechen noch sonst wen in Europa Frankfurter Rundschau

Notenbanken ruinieren die Weltwirtschaft. Die Krise in den Schwellenländern ist das makroökonomische Äquivalent zur Subprime-Krise. Wirtschaftswoche

Yellen, Draghi und das Zittern der Welt. Während die neue Fed-Chefin Janet Yellen auf die Bremse tritt und EZB-Vormann Mario Draghi die nächsten Lockerungsübungen einleitet, gerät der Rest der Welt an den Rand der nächsten Krise. Das zeigt: Die Logik des billigen Geldes kommt an ihre Grenzen. manger magazin

Alice Schwarzer

Alice Schwarzer greift die Medien an. Alice Schwarzer hatte ein schwarzes Konto in der Schweiz. Weil das jetzt bekannt geworden ist, beschwert sie sich über die Berichte. Und nennt sie „Rufmord“. FAZ

Erst das Konto, dann die Moral. Alice Schwarzer beichtet ein Konto in der Schweiz und zeigt sich selbst an. Die Selbstanzeige zeigt nicht nur, dass ein Ruf als „moralische Instanz“ nicht vor Heuchelei schützt. Dass sie im Gegensatz zu Hoeneß nicht mit Strafe rechnen muss, verdeutlicht auch, wie fragwürdig das Instrument ist. Frankfurter Rundschau

Alice Schwarzer und die Steuern. Die Liste der prominenten Steuersünder ist wieder um einen Namen länger geworden. Und mit Alice Schwarzer ist es wieder eine vermeintliche moralische Instanz. Da sie mit ihrer Selbstanzeige Erfolg hat, wo Bayern-Boss Hoeneß scheiterte, stellt sich die Frage nach dem Sinn des Instruments. WAZ

Die Empörung über Alice Schwarzer ist wohlfeil. Kein Grund zur Schadenfreude: Mit ihrer Selbstanzeige hat die Feministin richtig gehandelt. Interessanter ist die Frage, wer ihr Steuergeheimnis und damit ihr Persönlichkeitsrecht verletzt hat. Die Welt

Alice Schwarzer wittert eine Kampagne gegen sich. Alice Schwarzer hatte ein Konto in der Schweiz und beging Steuerbetrug. Jetzt mutmaßt sie, dass man ihr politisch schaden wollte – und beklagt eine Kampagne gegen sich. Das zeigt: Wenn es um sie selbst geht, gibt sich die Feministin allzu zart besaitet. Tagesspiegel

… one more thing!!!

Das hat Janet Yellen mit unserem Geld vor. Zum ersten Mal übernimmt mit Janet Yellen eine Frau die Führung der wichtigsten Zentralbank der Welt, der Fed. Sie muss die Politik der Geldvermehrung beenden – ohne die Welt in eine neue Krise zu stürzen. Wirtschaftswoche

Leitartikel

Weise Ruheständler. Franz Müntefering und Gerhart Schröder sind in der SPD zu wichtigen Stimmen der Vernunft geworden. Aber sie sind in der Minderheit. Denn die rot-grün-rote Koalition lockt. FAZ

Strom als Müll. Nur die Rückbesinnung auf die Gesetze der Physik statt grüner Romantik rettet die Energiewende. Ob Sigmar Gabriel das schafft? Wirtschaftswoche

Prozess um Hypo Real Estate: Verantwortungslos AZ München

Diktatur der Verlierer. Die Regierungsgegner in Thailand behaupten, das Land vor der Diktatur zu retten, würgen dabei aber die fragile Demokratie mutwillig zu Tode NZZ

Politiker müssen Muslimen die Grenzen aufzeigen. Integrationspolitik ist vor allem eine Politik für türkische Muslime. Oder hatten wir je einen vietnamesischen Integrationspolitiker und forderten die hier lebenden Hindus je einen eigenen Feiertag? Die Welt

Letzte Hilfe Plädoyer für ein Sterben in Würde Titelgeschichte Der Spiegel (Print)

KASSE MACHEN! Alle 132 Krankenkassen im Leistungsvergleich Titelgeschichte Focus (Print)

What G.O.P.-Style Reform Looks Like. An alternative plan falls far short of what the existing health care law already provides New York Times

Is America Turning Japanese? project syndicate

No more lame duck. The two-term limit should be repealed. Washington Post

The Legacy of Janet Jackson’s Boob. Reading the scholarly literature on the 10th anniversary of Nipplegate The Atlantic