SPD, Schuldenkrise, Syrien, USA nach Amoklauf & Beschneidung

Und schuld sind immer die Banken. Sigmar Gabriel ruft die Kritik an den Banken als Thema für den Wahlkampf 2013 aus – mit deftigen Worten, die nicht nur bei den Sozialdemokraten Anklang finden. Finanzminister Schäuble wirft dem SPD-Vorsitzenden „billigen Populismus“ vor. FAZ

Schrumpft die Banken! SPD-Chef Gabriel schimpft auf die Banken. Er will mit Vorschlägen zur Bändigung ihrer Gier und ihres Leichtsinns in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen. In der Sache hat er Recht – auch wenn seine Partei zu Regierungszeiten ganz anders sprach und handelte. Frankfurter Rundschau

Mit Anti-Banken-Populismus in die Offensive. Die Kanzlerin gilt als verlässliche Krisenmanagerin, da kann die SPD nur verlieren. Parteichef Gabriel greift deshalb zu einer riskanten Strategie: Mit drastischen Worten und populistischen Untertönen ruft er zum Kampf gegen Banken und Finanzindustrie auf. Tagesspiegel

SPD-Länder wollen Gabriels Anti-Banken-Wahlkampf kopieren. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Banken zum Wahlkampfthema gemacht. Unterstützung bekommt er jetzt von den Bundesländern, in denen im kommenden Jahr neue Landtage gewählt werden. Handelsblatt

Bankenverband weist Gabriel-Kritik von sich. Nach Ansicht des Verbands Öffentlicher Banken trifft die Geldhäuser in der Schuldenkrise keine Schuld. SPD-Chef Gabriel bekräftigte dagegen seine Kritik. Die Zeit

Schuldenkrise

Zurück am Abgrund. Es sei undenkbar, dass Angela Merkel noch einmal vor den Bundestag trete, um Zustimmung für weitere Griechen-Hilfen zu erbitten – so wurden gestern Berliner Ministerialbeamte zitiert. Fast der gleiche Satz war in Regierungskreisen schon einmal zu hören – im Frühjahr 2011. Monate später wurde trotzdem „Griechenland II“ beschlossen – mit Zustimmung von Merkel und des Bundestags. Börsenzeitung

Mit dem Fall Griechenlands fallen auch die Retter. Ein „Weiter so“ mit größenwahnsinnigem Staat, absurder Bürokratie, unbezahlbaren Sozialleistungen und aufreizender Bequemlichkeit darf es nicht geben. Die europäische Idee braucht eine neue Erzählung Die Welt

Scheinheilige Griechen-Retter. Seit zweieinhalb Jahren stützen die Euro-Staaten und der IWF Griechenland mit immer neuen Milliarden – und nun soll plötzlich Schluss sein? Die Drohungen der Bundesregierung zeigen, wie unehrlich die angebliche Rettung des Landes bisher betrieben wurde. Spiegel

Wie sich Europas Zukunft entscheidet. Griechenland muss raus aus dem Euro – diese Forderung hört man immer öfter. Doch auch Spanien hängt am Tropf, Italien zittert sich durch den Sommer und Frankreich scheint das nächste Krisenland zu werden. Für die Euro-Gruppe geht es ums Überleben. Würde nun Griechenland aus der Gemeinschaft geworfen, wäre das politische Signal eindeutig. Süddeutsche Zeitung

Griechenland läuft die Zeit davon. Die griechische Regierung ist mit den zugesagten Reformen im Rückstand. Sie hofft auf mehr Zeit. Doch zwei zusätzliche Jahre würden bis zu 28 Milliarden Euro kosten. Weil sich die Kredite verzögern, droht bald Geldnot. FAZ

Griechenlands Zeit läuft ab. Griechenland spart eisern, aber andere Reformen kommen nicht voran. Immer noch prägen Vetternwirtschaft und Korruption das politische System – und die Pleite rückt näher. Die zeit

Hart an der Pleite. Griechenland steht kurz vor dem Bankrott. Die internationalen Geldgeber deuten an, dass sie mit ihrer Geduld am Ende sind. Trotz Kreditzusagen von mehr als 220 Milliarden Euro. Und obwohl die Staatsverschuldung schon abgenommen hat. Wie konnte es so weit kommen? Und wie kann die Pleite noch verhindert werden? Süddeutsche Zeitung

Bundesbank springt Griechen bei. Wären die Griechen besser außerhalb des Euro-Raums aufgehoben? Nein, stellt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht klar. Und schickt dennoch – oder gerade deswegen – eine klare Mahnung in Richtung Athen hinterher. Financial Times Deutschland

Spaniens verdrängtes Schuldenproblem. Spaniens klamme Regionen versetzen die Finanzmärkte in Panik. Braucht das Land schon im Sommer ein zweites Rettungspaket? Die Zeit

„Wir sind Spaniens verlorene Generation“ Jeder zweite Spanier unter 25 Jahren ist ohne Job. Bild

Warum die Spanien-Krise eskaliert. Trotz Milliardenhilfen muss Spanien die höchsten Zinsen seit Einführung des Euro zahlen. Die Gründe. Financial Times Deutschland

Spain’s Economy Contracts Wall Street Journal

Der Euro-Ausverkauf hat begonnen. Der Vertrauensverlust scheint unaufhaltsam und wächst von Woche zu Woche. Die Anleger reagieren immer panischer: Die Angst vor einem Zerfall der Euro-Zone treibt sie aus dem Euro-Raum. Handelsblatt

„Die Eliten halten ihre Schäfchen im Trockenen“ Mit Auflagen verbundene Hilfsprogramme können Staatskrisen noch verstärken, sagt der Ökonom Martin Gassebner. Verantwortlich seien aber die nationalen Regierungen selbst. Die Zeit

Reichensteuer keine linke Idee. Wie verringert man die Schulden der Krisenstaaten? In schlimmen Zeiten gibt es die verrücktesten Vorschläge. Darunter auch der, die Reichen könnten doch mehr Steuern zahlen. Was die FDP schnell auf die Barrikaden bringt, ist dabei gar nicht so revolutionär Frankfurter Rundschau

Katastrophen haben keinen Zeitplan. Europa fehlt ein Bauplan, mit dem die Länder stärker verbunden werden können. Die Ziele sind zwar klar, aber der Aufbau der Institutionen für Bankenunion, Fiskalunion und politischen Union muss deutlich schneller vorangehen. Zumindest, wenn eine Katastrophe verhindert werden soll. Financial Times Deutschland

Sinnlose Leerverkaufs-Verbote. Italien und Spanien verbieten Leerverkäufe. Es ist ein vergeblicher Versuch, Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Langfristig ändern solche Verbote nichts. FAZ

Bundesbank rüttelt an Größe der Euro-Zone. Kippt Griechenland, ist die Euro-Zone in ihrer bisherigen Konstellation Geschichte. Auch die Bundesbank schließt diese Entwicklung nicht aus. In einer Analyse skizziert sie Bedingungen für den Verbleib im Euro. Handelsblatt

„Dicke Bertha und Bazooka“ – Die Waffen der EZB. Die EZB will eine Eskalation der Euro-Krise verhindern, doch allmählich gehen ihr die Optionen aus. Ein paar Waffen hat sie aber noch im Schrank, bevor am Ende nur die große Geldflut Die Welt

Syrien

Assads Elitetruppen erobern Damaskus zurück. Mit allen Mitteln versucht das Assad-Regime, Schrecken zu verbreiten — jetzt droht es mit Chemiewaffen. Damaskus ist zurückerobert, der Bürgerkrieg verlagert sich in den Norden des Landes. Die Welt

Giftiger Gruß an die Nachbarn. Das Chaos in Syrien steigt mit jedem Tag, schon bald könnte es sich zum Nahostkrieg ausweiten. Denn Israel will die syrische Giftgasküche militärisch ausschalten, der Westen heizt den Anti-Assad-Aufstand wohl auch mit Waffen an. Doch klar ist: Iran wird den Sturz seines wichtigsten Verbündeten notfalls mit Gewalt zu verhindern versuchen. Süddeutsche Zeitung

Assads letzte Schlacht. Die Bilder und Horrormeldungen gleichen sich: Nach Tunesien, Ägypten und Libyen steht nun in Syrien die entscheidende Schlacht an. Präsident Baschar al-Assad wehrt sich noch, schickt seine Soldaten Tag für Tag in den Krieg gegen das eigene Volk, der nicht zu gewinnen ist WAZ

In Syrien öffnen sich die Pforten zur Hölle. Assads System erodiert zweifelsohne. Doch was danach kommt, könnte noch blutiger werden. Syrien liegt zu zentral und ist zu wichtig, um es sich selbst zu überlassen. Aber wem wird Syrien gehören? Die Welt

EU verschärft Sanktionen gegen Syrien. Die EU hat ihre Sanktionen gegen Syrien noch einmal verschärft, um das Waffenembargo gegen das Assad-Regime durchzusetzen. Außerdem wurden 26 weitere Regimeangehörige und drei weitere Firmen, die für Assad Geschäfte betreiben, auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. FAZ

Lasst Assads Gegner nicht allein! Syrien steht an einem Wendepunkt. Der Westen sollte die Freie Syrische Armee jetzt massiv unterstützen, nicht nur aus humanitären Gründen. Frankfurter Rundschau

Syriens Christen fliehen vor radikalen Rebellen. Tausende Syrer fliehen in den Libanon – und nicht nur aus Angst vor dem Assad-Regime. Vor allem syrische Christen haben unter Attacken von Rebellentrupps zu leiden. Im ostlibanesischen Bekaa-Tal finden christliche Familien eine erste Zuflucht. Die Angst vor dem Terror bleibt. Spiegel

Vorgeschmack aufs kommende Chaos. Für die türkische Regierung wird es nach dem Sturz Assads kompliziert taz

USA nach Amoklauf


Präsindent Obama’s Rede im amerikanischen Aurora

„Motivsuche ist reine Zeitverschwendung“ Nach dem Amoklauf in Aurora versucht Präsident Obama, den Überlebenden und Angehörigen Trost zu spenden. Tausende versammeln sich zu einer Trauerfeier. Und der Täter schweigt zu seiner schrecklichen Tat. FAZ

Obamas Angst vor der Waffenlobby. Nach dem Amoklauf bei Denver mit zwölf Toten zeigt sich in den USA das typische Verhaltensmuster: Ritualisiertes, öffentliches Entsetzen. Auch Präsident Obama wird die Waffengesetze nicht verschärfen. Kölner Stadt-Anzeiger

Amerika und die Angst vor der Waffenlobby WAZ

Waffenbesitzer sind Wähler. In der politischen Führung Amerikas gibt es kaum Rufe nach einer Änderung der Waffengesetze. Zu groß ist im Wahljahr die Angst vor einem Stimmenverlust in den besonders umkämpften Bundesstaaten. FAZ

Strikte Waffengesetze können Amokläufe erschweren. Der jüngste Amoklauf in den USA zeigt, dass die Verfügbarkeit von Waffen eingeschränkt werden muss. Auch wenn das nicht alle Verbrechen verhindert, kann es die Zahl dieser Taten reduzieren. Die Welt

Amerikas tödliche Lobby. Auch nach der Bluttat von Colorado gibt es kein Waffenkontrollgesetz taz

Alle Macht dem Volke. Das Finale von Christopher Nolans Batman-Trilogie ist eine bildgewaltige apokalyptische Endzeitvision. Die Gewaltorgie ist grandios inszeniert – überschattet nur vom Amoklauf in Denver. Financial Times Duetschland

Blockbuster am Abgrund. Apokalyptisch und politisch brisant: Christopher Nolans dritter Batman-Film ist als Sommer-Blockbuster ein schwerer Brocken. „The Dark Knight Rises“ beendet die Superhelden-Trilogie mit bildgewaltiger Sozialkritik. Zwangsläufig überschattet wird das düstere Kino-Event von den Morden im Kinosaal in Aurora. Spiegel

NRA is real winner on gun laws. It has succeeded in changing the national discussion from gun control to gun rights. politico

Beschneidung

Geschichte der Beschneidung „Kein Kind ist je daran gestorben“ Die Beschneidung ist Jahrtausende alt. Milliarden Männer haben sie erduldet. Aber über ihre Geschichte weiß man bis heute fast nichts. FAZ

Kein Kommentar. Diesem Kommentar fehlt – ausnahmsweise – die Kommentarthese. Er will sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen, ob rituelle Beschneidungen von Jungen gesetzlich erlaubt werden sollten oder nicht. General-Anzeiger Bonn

Männer kennen keinen Schmerz. Religionsfreiheit wiegt viel, körperliche Unversehrtheit wiegt mehr taz

Ein Rechenfehler. Wie in der Islamkritik bricht in der Beschneidungsdebatte ein rabiat religionsfeindlicher Zeitgeist durch. Aber das Grundgesetz macht den Menschen nicht neu, sondern findet ihn vor, wie er ist. FAZ

Beschneidung spaltet die Ärzteschaft. Das Kölner Urteil zur Beschneidung treibt auch die Ärzteschaft um – mit völlig konträren Meinungen. Während in Niedersachsen die Kammer gegen das Urteil mobil machen soll, loben es Nordrheins Urologen. Ärzte Zeitung

… one more thing!!!

Die geheimnisvolle Wirkung der rosa Gefängniszelle. Seit etwa einem Jahr experimentieren Haftanstalten in NRW mit der Farbe Rosa. Randalierer sollen in diesen Räumen schneller abkühlen als im Zellengrau. Manche wollen sogar länger drinbleiben. Die Welt

Leitartikel

Es ist etwas faul. Die Akzeptanz der Marktwirtschaft hängt davon ab, dass es in ihr nach Recht und Gesetz zugeht. Dazu gehört auch, dass Risiken nicht nur kleine Leute tragen müssen FAZ

Hollandes Teufelskreis. Für François Hollande waren gute Nachrichten zuletzt spärlich. Doch der Präsident hat Zeit und geht erst mal in die Ferien Frankfurter Rundschau

Wie ein Schlag ins Gesicht. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt ist ein Meister des Taktierens. Warum die CSU die SPD ausgerechnet jetzt in Sachen Euro-Rettung angreift. Tagesspiegel

Die Griechen – ein betrogenes Volk. Die Wirtschaftsredakteurin Susanne Stephan über die drohende griechische Staatspleite AZ München

Geld stinkt nicht – auch wenn es aus China kommt. Chinas Staatsbetrieb Cnooc kauft sich für einen zweistelligen Milliardenbetrag den kanadischen Rohstoffkonzern Nexen. Die USA werden wahrscheinlich versuchen, den Deal zu blockieren. Dabei gibt es dazu gar keinen Grund. Financial Times Deutschland

Gestörte Harmonie in Malaysia. In Malaysia hat der Premierminister ein neues nationales Harmoniegesetz versprochen. Doch ethnische Spannungen lassen sich nicht per Gesetz beseitigen. NZZ

Rivalries. One legend. One phenom. Only one winner (Cover Story) Time

Paranoia in the House. A fringe group of conservatives believes that Islamic fundamentalists have infiltrated the deepest recesses of the U.S. government. That’s nonsense. Los Angeles Times

Investment banking job cull is long overdue breakingviews

Why Dodd-Frank is necessary. The changes made by the law are a vital part of long-term U.S. economic security. politico

Bubbles without Markets. The speculative bubbles in the housing, equity, and commodity markets that preceded and accompanied the current global financial crisis are also its ultimate cause. But, before we conclude that we should rein in the markets, we need to consider the alternative. project syndicate

China and free trade’s Gordian Knot. With Doha failing to deliver yet again, there is hope a new group of like-minded countries could prove the catalyst for a more pure free trade to finally take root and flourish. But will China come to the party? Business Spectator

The Ft. Hood difference. Why the Texas tragedy isn’t like Aurora’s. Washington Post

A Land Without Guns. Japan forbids most forms of gun ownership, and subjects owners to lengthy tests. The result? Only two gun-related homicides a year. The Atlantic

Who Really Invented the Internet? Contrary to legend, it wasn’t the federal government, and the Internet had nothing to do with maintaining communications during a war. Wall Street Journal

Think Again: The Eurocrisis. Markets are crashing. The euro is hurting. Here’s why the continent’s financial crisis is even messier than it appears, and how the blowback could hit the United States in the face. Foreign Policy

A Week in the Life of Libor. The Justice Department is expected to file criminal charges against at least one big bank in connection with the interest-rate manipulation scandal. This is welcome news. New York Times

Libor: Three Scandals in One. There is a Way to Reduce Rate Fixing. The Libor scandal has sparked calls for stronger regulation of the world’s most powerful banks. But such proposals miss a key point: price fixing and manipulation have been illegal for a long time. More laws will not fix the problem. Instead, banks need to realize that undermining the market is bad for business. Foreign Affairs