Deutsche Einheit, Chemnitz, AfD, Mazedonien, Brexit, Nafta, Kavanaugh & Aznavour

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Deutsche Einheit

Ein Fest der Einheit in einem gespaltenen Land Ost und West, Wähler und Gewählte, Volk und Regierung: Der 3. Oktober ist ein guter Tag, um über die Spaltungen in unserem Land nachzudenken. Tagesspiegel

Deutschland wird populistischer Vor allem in der politischen Mitte sind Wähler zunehmend populistisch eingestellt. Jedoch können sich noch immer die meisten Menschen nicht vorstellen, die AfD zu wählen. Süddeutsche Zeitung

Das Virus des Populismus Immer mehr Deutsche sind für populistische Parolen und Parteien wie die AfD empfänglich. Gleichzeitig nimmt laut einer Umfrage die Zufriedenheit mit der gelebten Demokratie ab. Woran liegt das und was hilft dagegen? Rheinische Post

Ein Riss geht wieder durch Deutschland Der Begriff «Wende» relativierte den Mut der Menschen damals in der DDR. Die Dienststellen des MfS wurden gestürmt, doch die Machtbasis der SED blieb unangetastet. NZZ

Chemnitz

Eine selbsternannte Bürgerwehr Sicherheitsbehörden haben mutmaßliche Rechtsterroristen verhaftet und damit womöglich auch einen Anschlag am 3. Oktober verhindert. Außer Ausländern sollen auch Politiker und Journalisten zu ihren Zielen gehört haben. FAZ

In rechten Gewässern Das Durchgreifen des Generalbundesanwaltes gegen rechtsextremistische Tendenzen ist ein positives Signal. In diesem Zusammenhang ist auch von der AfD Glaubwürdigkeit gefragt Bonner General-Anzeiger

Kein Mob, sondern Rechtsterroristen Der Fall der mutmaßlichen rechtsextremen Terrorzelle in Chemnitz zeigt: Das Problem Verfassungsschutz ist mit Maaßens Abgang noch lange nicht erledigt. taz

Chemnitz und der braune Sumpf Chemnitz und kein Ende: Die Festnahme mutmaßlicher Rechtsterroristen bringt die Stadt erneut in Verruf. Nach Überzeugung der Behörden haben sie eine rechte Terrorzelle gegründet. Freie Presse

Kranke Ideale Wieder Chemnitz. Wieder Rechtsextreme. Selbst Wohlmeinende müssen einräumen, dass die Stadt ein Problem hat. Sieben Jahre nach dem Ende des NSU hängt die Szene offensichtlich immer noch den kranken Idealen von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe an, die zeitweise Teil des Chemnitzer Untergrunds waren. Märkische Oderzeitung

AfD

Prüffall AfD Nicht nur der Bund, auch manche Länder kommen jetzt erst auf den Gedanken, den Prüffall AfD zu prüfen. Dabei wäre es aufschlussreicher, einzelne Politiker zu beobachten. FAZ

Die AfD könnte das Vertrauensverhältnis im Klassenzimmer gefährden Die AfD will eine Plattform einrichten, wo Lehrer gemeldet werden können, die abfällig über die Partei reden. Das wäre mehr als petzen. Tagesspiegel

Mit einer AfD als „NPD light“ kann die CDU nicht koalieren Die AfD ist stark. Aber sie weiß auch, dass sie ihr Wählerpotential ziemlich ausgeschöpft haben dürfte. Deshalb denkt Alexander Gauland plötzlich laut über eine Koalition mit der CDU nach. Aber natürlich nur mit einer „gewendeten“ Union. Focus

Mazdonien

Nord-Mazedonien, nein danke Das nötige Quorum von 50 Prozent wurde in Mazedonien verfehlt. Politiker sollten das Parlament aber nicht dazu auffordern, das Ergebnis trotzdem zu berücksichtigen – und sich einen Plan B zurechtlegen. FAZ

Ein Rückschritt Lediglich 35 Prozent der Wahlberechtigten in Mazedonien haben sich an der Abstimmung zu einer Umbenennung des Landes beteiligt. Das ist ein Rückschritt für das Land, aber auch die EU. Bonner General-Anzeiger

Die westliche Balkanpolitik erleidet in Mazedonien Schiffbruch Die Volksbefragung zur Umbenennung Mazedoniens in Nordmazedonien hat das Quorum weit verfehlt. Jetzt werden Neuwahlen wahrscheinlich. Der Westen steht vor einem Scherbenhaufen. NZZ

Brexit

Druck auf May und ihren Brexit-Kurs wächst Wird Großbritanniens Premierministerin mit ihren Plänen für einen EU-Austritt den Parteitag der Konservativen überstehen? Ihre Widersacher sind mächtig, sie lehnen Kompromisse mit der EU strikt ab. Süddeutsche Zeitung

Außer Brexit nichts zu bieten Auf dem Parteitag der Tories geht es nur um eine Frage: Wer gewinnt im Streit um den Brexit? Antworten auf wichtige Zukunftsfragen bleiben die Konservativen schuldig. Zeit

Briten suchen verzweifelt nach neuem Wirtschaftsmodell Der Brexit-Streit überschattet alles, die Briten haben die Sparpolitik der Regierung satt. Da prescht die Arbeiterpartei mit Vorschlägen für die Zeit nach dem Brexit vor – und spricht vielen aus dem Herzen. Wirtschaftswoche

The Tory Party is split down the middle But then so is Britain Economist

Nafta

Was Europa von Justin Trudeau lernen kann Die Reform des Freihandels in Nordamerika ist ökonomisch nur ein Reförmchen. Aber Kanada zeigt, wie man mit Trump verhandeln kann. Süddeutsche Zeitung

Versteckter Freihandel USMCA: Bitte was? Dürften sich viele Beobachter fragen, wenn sie den Namen des neuen „USA-Mexiko-Kanada-Abkommens“ lesen. Zumindest von der Namensgebung unterscheidet sich das Abkommen deutlich von seinem Vorgänger „nordamerikanisches Freihandelsabkommen Nafta“. Börsen-Zeitung

Das bedeutet Trumps neuer Handelsvertrag Die Nordamerikanische Freihandelszone Nafta bekommt nicht nur einen neuen Namen. Donald Trump konnte auch einige wichtige Details für die Automobilindustrie und die Landwirtschaft durchsetzen. Wirtschaftswoche

Trump will den Handel verwalten, nicht fördern Die bisher von der Regierung Trump erreichten neuen Handelsabkommen sind keine grossen Würfe. Es ist ein relativ simples Strickmuster zu erkennen. NZZ

Nicht zum Lachen Die Prahlerei von US-Präsident Donald Trump vor den Vereinten Nationen hat Häme ausgelöst. Dabei ist fast untergegangen, was er sagte – und was nicht. Zeit

Donald Trump droht zum nächsten Reagan zu werden Die US-Steuersenkungen werden wie schon in den 80er-Jahren den Dollar stärken. Vor allem für Südeuropa und die Schwellenländer entstehen hohe Risiken. Handelsblatt

Trump’s ‘historic’ trade deal doesn’t look so historic after all Trump has wrought a lot of destruction to land us in roughly the same trade position we were already in. Washington Post

Is Trump Mainly Rebranding NAFTA? The economic impact—and political future—of the ’94 trade deal’s successor is utterly unclear. Foreign Policy

Trump Is Getting His Way on Trade—Partly The world might protest, but ultimately countries have to deal with the U.S. The Atlantic

America, Canada and Mexico agree to a new trade deal Now for the next battle Economist

Brett Kavanaugh

Hass auf der Richterbank Die Berufung von Brett Kavanaugh ist zu einer abstoßenden Dokumentation der hasserfüllten Spaltung der USA geworden. Frankfurter Rundschau

„Ich habe nie Bier bis zum Blackout getrunken“ Nicht die Vorwürfe der Vergewaltigung könnten Trumps Kandidaten für den obersten Gerichtshof zum Verhängnis werden, sondern diese Aussage. Süddeutsche Zeitung

Lieber schnell als gründlich Das FBI soll die Vorwürfe gegen Brett Kavanaugh untersuchen – bekommt dafür aber kaum Zeit. Am Ende könnten die Ermittlungen allein den Republikanern helfen. Zeit

McConnell tweaks strategy for Kavanaugh confirmation The Senate majority leader is aiming his message at three undecided Republicans. Politico

Five Questions on Brett Kavanaugh and the battle for the Supreme Court On Friday, Senate Republicans agreed to delay the vote by one week in order to make time for an FBI investigation into Ford’s claims. Reuters

Charles Aznavour

Aznavour, das war Frankreich Zum Tode von Shahnourh Varenagh Aznavourian, den die Welt als Charles Aznavour liebte. Und der nicht sich, sondern alle um sich herum beobachtete. Süddeutsche Zeitung

Ich besaß es doch einmal, was so köstlich ist Eines langen Lebens Reise in die Vergangenheit kommt an ihr Ziel: Zum Tode des Sängers und Schauspielers Charles Aznavour. FAZ

Die Wehmut des Sängers Schmerz und Schönheit: Mit Charles Aznavour ist einer der letzten großen französischen Chansonniers gestorben. Tagesspiegel

Immer dieses sanfte Zögern Das schwarze Hemd, die schwarzen Tanzschuhe und seine raue Stimme, die uns so viel erzählte: Der Chansonnier Charles Aznavour war ein großer Beobachter der Liebe. Zeit

Ein Mann mit Haltung und Mitgefühl Anfangs von den Kritikern verlacht, stieg Charles Aznavour zum gefeierten Chanson-Sänger auf. Dazu trugen nicht nur die Schauspielerei und Beziehung zu Edith Piaf bei, sondern auch sein akribisches Feilen an Ton und Text – gern auch bei Tabuthemen. Deutschlandfunk

…one more thing!

Wie das schwarze Monster Krebs seinen Schrecken verliert Die mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Forscher Allison und Honjo haben einen neuen Weg zur Krebsbehandlung gefunden. So verdient die Ehrung ist: Wir Menschen selbst haben es in der Hand, der Krankheit den Schrecken zu nehmen. Die Welt

Leitartikel

Rechte Militante sehen ihre Zeit gekommen Die Urteilssprüche im NSU-Prozess und die Vorfälle in Chemnitz haben Rechtsextreme bestärkt. Die nächste Generation an Terroristen will vor allem eines: noch brutaler sein als der NSU. Süddeutsche Zeitung

Unsere Liebe für Verbrennungsmotoren nimmt inakzeptable Ausmaße an Dieselfahrverbote in Städten und die Nutzung von Elektrofahrzeugen helfen im Kampf gegen die Luftverschmutzung. Für den Chef der Europäischen Umweltagentur besteht die beste Lösung jedoch in einem Wechsel zu nachhaltigem Verkehr. Die Welt

Politik auf Pump Dass die Krankenkassen nun auch für ambulante Pfleger Tariflöhne erstatten müssen, ist folgerichtig. Doch was das kostet, ist noch völlig unklar. FAZ

Nichts aus den NSU-Morden gelernt Berliner Zeitung

Brexit: Brussels tries to blunt the Swiss model The alpine country has many of the benefits of EU membership that British politicians would like to re-create Financial Times

The Angry White Male Caucus Trumpism is all about the fear of losing traditional privilege. New York Times

Kavanaugh And The Bullying Class The drama that took place in the Kavanaugh-Ford hearings on September 27 was a window into our bullying culture of privileged white men. Newsweek

Can American Men and Women Ever Really Be Equal? Time

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