G-20-Gipfel, Hamburg, Wahlkampf & Nahost

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G-20-Gipfel-Nachlese

Die große Politik gehört in die großen Städte Jenseits der Blauäugigkeit der Aktivisten und der bodenlosen Gewalt der Militanten: Das Treffen der Weltpolitiker war keine Sensation, aber durchaus ein Erfolg. Die Welt

G-20-Gipfel war kein Fehlschlag Das Treffen in Hamburg hat trotz des bitteren Beigeschmacks Fortschritte in zentralen Bereichen gebracht. Persönliche Begegnungen der Regierungschefs sind heute wichtiger denn je. FAZ

Fiasko statt Weltshow Das G20-Treffen in Hamburg ist vorbei. Was bleibt? Politisch brachte der Gipfel nur Scheinkompromisse. Einprägen werden sich dagegen die Randale-Szenen. Unterm Strich steht ein Debakel. Frankfurter Rundschau

Nicht mehr als Scheinkompromisse Berliner Zeitung

Die Welt und ihr German Problem Deutschland spart zu viel und investiert zu wenig, für den Rest der Welt könnte das zur Bürde werden. Schuld daran sind Merkel und ihre große Koalition. Süddeutsche Zeitung

Angela Merkels afrikanischer Größenwahn Die Kanzlerin will mit privaten Investitionen in Afrika ein Wirtschaftswunder herbeiführen, um Auswanderungswillige zum Bleiben zu bewegen. Die Zahlen zeigen, wie vermessen das ist. Wirtschaftswoche

Was tun mit einem unberechenbaren Staatschef? Einst waren amerikanisch-russische Gipfeltreffen Begegnungen, die Hoffnungen weckten – mit Trump ist es gerade umgekehrt. Seine Sprunghaftigkeit schwächt Amerikas Führungsrolle auf der Weltbühne. NZZ

Die Welt ist auch ohne die USA handlungsfähig Der US-Präsident wirkte beim G-20-Gipfel so beunruhigend wie ein Grizzly in einer Bergsteiger-Seilschaft. Doch das Bündnis wird seine Amtszeit überstehen – wenn Europa zusammenhält. Süddeutsche Zeitung

Wie die Isolierung Trump stärkt Bei G20 stand der US-Präsident am Ende allein auf weiter Flur. Das könnte ihn aber bestätigen: Es nährt sein Märtyrer-Narrativ. Tagesspiegel

Merkel’s Impossible Role at the G20 Summit With the U.S. trying to step out of some of the most important issues at the meeting, the German Chancellor was forced to play negotiator and host. The Atlantic

Trump’s cyber tweets cause dismay, confusion Twelve hours apart, two tweets about Russia get everyone talking. Politico

Krawalle in Hamburg

Gegen Gewalt – ganz ohne „Aber“ Gewalt als politisches Mittel ist immer abzulehnen. Ohne „Aber“. Die Reaktionen vieler Politiker zeigen, wie sehr randalierende Verbrecher unsere Demokratie gefährden. Frankfurter Rundschau

Die Linke hat nur eine Zukunft ohne Gewalt Die radikale Linke, die sich von der SPD oder den Grünen nicht vertreten fühlt, muss sich organisatorisch und ideologisch ohne Wenn und Aber vom Terrorismus distanzieren – bei Strafe des Untergangs. Die Welt

Gebrauchsanweisung für den Aufstand Ein Gespenst geht um unter Hamburger Linken: Die Verfechter politisch motivierter Gewalt gehen auf Distanz zu den Ausschreitungen. Doch die sind Ergebnis ihrer Lehren. Zeit

Willkommen in der Hölle Kriminelle führen in Hamburg Politik und Justiz an der Nase herum. Ein peinliches Schauspiel – denn die Gewalt ist gewollt und geplant. FAZ

Ein Staat, der versagt Nach der Kölner Silvesternacht nun die Hamburger Gipfelnächte. Wieder lässt der Staat die Bürger mit Kriminellen alleine. Das lädierte Vertrauen in den Rechtsstaat wird weiter erschüttert. Neben der juristischen Aufarbeitung muss die Wiederherstellung des Vertrauens der Bürger in den Rechtsstaat an erster Stelle stehen. Rheinische Post

Der Sieg der Chaoten Man kann es nicht leugnen: Der Hamburger G20-Gipfel wurde von Gewalttätern gekapert. Die Chaoten bestimmten die Nachrichten. Ihre Bilder einer Schanze in Flammen und nicht die schöne Elbphilharmonie gingen um die Welt. Stern

Die deutsche Politik hat in Hamburg versagt Der G20-Gipfel wurde zum Fiasko. Doch das hat nicht allein Olaf Scholz zu verantworten. Wo war denn bitte die Kanzlerin? Tagesspiegel

Helden ohne Fehl und Tadel Nach den G20-Krawallen will Olaf Scholz Kritik an der Polizei zum Tabu erklären. Seine Verteidigungslinie: Niemand konnte ahnen, wie schlimm es werden würde. Auf einer Pressekonferenz am Sonntag kam er damit nicht durch. Handelsblatt

Die Polizei als Konfliktpartei? Eine Studie rät Journalisten, sich bei gewaltsamen Protesten stärker mit den Motiven auseinander zu setzen und die Polizei als „Konfliktpartei“ zu sehen. Eine fatale Gleichsetzung mit den Marodeuren. FAZ

Wenn die Verrohung zum Zeitgeist wird Die Verantwortlichen können nicht erklären, weshalb die Lage in Hamburg so eskalierte. Eine Frage treibt sie um: Warum haben Autonome und Partyvolk sich derart gemischt? Zeit

Das süsse Gift der Anarchie Die Gewaltausbrüche in Hamburg sind durch nichts zu rechtfertigen. Trotzdem dürfen die kriminellen Randalierer damit rechnen, von der Öffentlichkeit und der Justiz milde beurteilt zu werden. Kein Wunder, wiederholt sich dieses traurige Spiel immer wieder. NZZ

Gaffen, behindern, Selfies machen Die Randale rund um G 20 wird begleitet von Tausenden Schaulustigen, die sich an Gewalt aufgeilen und der Polizei die Arbeit erschweren. Das Verhalten der Gaffer ist fragwürdig – aber sollte niemanden überraschen. Süddeutsche Zeitung

Ich kann vor Wut kaum noch atmen Als meine Tochter vor ein paar Tagen aufgeregt „Mama, Mama, in Hamburg ist Krieg!“ schrie, ahnte ich nicht, wie recht sie behalten würde. Bild

Tausende Freiwillige räumen Hamburg auf Drei Nächte in Folge haben militante Demonstranten in Hamburg Geschäfte geplündert, Autos angezündet und ganze Straßenzüge ramponiert. Jetzt räumen Freiwillige die Stadt auf – sie sind einem Facebook-Aufruf gefolgt. Handelsblatt

Wahlkampf

Merkel und ihr bayerischer Löwe Horst Seehofer hat im Wahlprogramm der Union zwar auf einige wichtige CSU-Bekenntnisse verzichtet. Ein Verlierer ist er deshalb aber nicht. FAZ

Momentaufnahmen, keine Prognosen Ich sprach mit Menschen, die ich zufällig traf, bei der Arbeit, in der Freizeit. Gemeinhin misstraut man Meinungsforschern, aber warum? Sie bieten doch nur Momentaufnahmen. So wie ich, liebe Leser. Die Welt

Kandidat schlägt Thema Mittlerweile liegen die Programme aller Parteien vor. Doch frühere Wahlkämpfe zeigen: Die richtigen Themen zu setzen ist wichtig, aber nicht entscheidend. Zeit

Eine Strategie gegen die Angst Im Wahlkampf sollte es auch um die großen Zukunftsentwürfe gehen. Wenn Deutschland alles täte, um Europa und den Euro zu stabilisieren, könnten die Bürger viel gewinnen. Manager Magazin

Präsent an der Baustelle Die Linke informiert am Karl-Lederer-Platz über ihr Programm Süddeutsche Zeitung

Nahost-Konflikte

Ein Deal und viele Fragen Trump und Putin haben eine Waffenruhe in drei syrischen Provinzen verkündet. Doch viele Akteure in dem Bürgerkrieg haben gar kein Interesse daran. FAZ

Der Irrgarten der arabischen Intrigen Der Grund für die Katar-Blockade ist eine arabische Obsession: die Angst um die eigene Macht. Mit Trump haben die Golfmonarchen einen US-Präsidenten gefunden, der sich instrumentalisieren liess. NZZ

Der Wiederaufbau Mossuls wird Jahre dauern Die Terrormiliz IS ist aus der strategisch wichtigen Stadt vertrieben, doch große Teile der Infrastruktur sind völlig zerstört – und Selbstmordattentäter verbreiten neue Gefahr. Süddeutsche Zeitung

The Next Phase of Middle East Conflict With the battles of Mosul and Raqqa dislodging ISIS from its strongholds in Syria and Iraq, and the Syrian civil war becoming a war of attrition, the Middle East’s most acute conflicts are evolving fast. But that doesn’t mean they will soon be resolved. Project Syndicate

…one more thing!

Wer bestimmt, wer unser Nachbar wird? Es ist Unsinn zu glauben, dass die Verteilung von Migranten ein Problem lösen wird. Ja, es ist eine schädliche Illusion. Zeit

Leitartikel

Autokraten, nicht Märkte ruinieren Länder weltweit Die Dämonisierung der „Märkte“ durch Antiglobalisierungsjünger treibt immer schrillere Blüten. Dabei bleibt die Politik weiterhin der entscheidende Faktor – im Guten wie im Schlechten. Die Welt

Wer in Hamburg wirklich versagt hat Kaum sind die Rauchschwaden verzogen, die Glassplitter weggefegt, werden schon die Schuldigen gejagt. Doch in Hamburg ist nicht die Polizei gescheitert, sondern eine Gesellschaft im Umgang mit politischem Extremismus. FAZ

Zurücktreten wäre ehrenhafter, als mit dem Finger auf andere zu zeigen Wenn Gruppen schwarz Maskierter ungehindert durch die Straßen ziehen, wahllos Autos abfackeln und Läden plündern, hat die Polizei schwerlich „alles richtig gemacht“, wie Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz behauptet. Süddeutsche Zeitung

Schaden für unseren Staat! Mit höchster Wahrscheinlichkeit wird niemand Verantwortung für das G20-Debakel übernehmen. Ein erneuter Vertrauensverlust in die Politik. Bild

Endlich sind die Linken wieder die Bösen Nach den Krawallen beim Hamburger G20-Gipfel setzen Politiker wie Peter Altmaier linken Extremismus mit rechtem und islamistischem Terror gleich. Das ist völlig absurd. Frankfurter Rundschau

Thomas Bach braucht dringend einen Erfolg IOC-Präsident Thomas Bach wirbt für eine Doppelvergabe der Olympischen Spiele 2024 und 2028. Von diesem Beschluss hängt auch für ihn viel ab. Tagesspiegel

Essen oder nicht essen? Vom dogmatischen Verzicht zum gesunden Genuss Spiegel (Print)

Traumziele in Ihrer Nähe Urlaub in Deutschland: Die schönsten Orte zwischen Küste und Alpen Focus (Print)

Cyprus may have missed its last chance for reunification The collapse of talks with the Turkish-occupied north makes a deal look unattainable Economist

The Much-Hyped First Trump-Putin Meeting Was a Farce We’ll never really know what either man said about charges of Russian election meddling, or anything else. Only time—and policy—will give any indication. The Nation

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