Gabriel, EZB, Griechenland, EU-Armee, USA, Rechtsextremismus & Frauentag

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Ein bisschen Frieden und sehr viel Geschäft Sigmar Gabriel erscheint auf seiner Reise nach Saudi-Arabien ein bisschen als Friedensvizekanzler. Dabei hängt der Frieden in der Region an Wohl, Wehe und Bewaffnung der Saudis. Das sagt der Friedensvizekanzler aber nicht. FAZ

Sigmar Gabriels heikle Mission Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ist zu Besuch in Saudi-Arabien, um über Waffenexporte und Menschenrechte zu reden. Im Schlepptau: 100 Manager. Doch die Fassade von der friedlichen Handelsreise lässt sich kaum aufrecht erhalten. Frankfurter Rundschau

Sigmar von Arabien reist in doppeltem Auftrag Gabriels Reise an den Golf ist heikel. Zwar kann Handel helfen beim Wandel – dass jedoch deutsche Waffen für über 200 Millionen Euro noch Riad exportiert werden, ist Ausdruck von Doppelmoral. Die Welt

Gabriel setzt sich für saudischen Blogger ein Der Staat straft Raif Badawi mit öffentlichen Peitschenhieben. Wirtschaftsminister Gabriel hat den König Saudi-Arabiens nun um Gnade für den Blogger gebeten. Süddeutsche Zeitung

Undiplomtisches Auftreten KommentarWirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) redet bei seinem Besuch in Saudi-Arabien Klartext in Sachen Menschenrechte. Doch das verheißt wenig Erfolg. Stuttgarter Zeitung

Durch die Wand Sigmar Gabriel wollte wohl mit dem Kopf durch die Wand. Sein Besuch in Saudi-Arabien war alles andere als Lehrbuch-Diplomatie. Nordwest Zeitung

Königreich der Unterdrückung Das absolutistische Land kauft in Deutschland nicht nur Waffen. Der Preis, den die Demokratie für diese Exporte zahlt, ist hoch. taz

Business Is Booming at Abu Dhabi’s Great Arms Bazaar What’s it going to take for me to get you into one of these Reaper drones today? Foreign Policy

EZB

Mario Draghis Billionen-Experiment Heute beginnt Mario Draghi mit dem Kauf von Anleihen der europäischen Staaten. Das drückt den Kurs des Euro. Und ist ganz schön gefährlich. FAZ

Jetzt geht’s los! Zum Auftakt der neuen Handelswoche geht es los. Nun wird die Europäische Zentralbank (EZB) zusammen mit den nationalen Notenbanken die Märkte mit einer gewaltigen Menge Liquidität fluten. Börsen-Zeitung

Draghis Geldschwemme hilft Schäuble Die Europäische Zentralbank öffnet die Geldschleusen. Die angekündigten Staatsanleihekäufe haben schon jetzt gewaltige Nebenwirkungen: Dem deutschen Finanzminister verhelfen sie zu einem milliardenschweren Vorteil. Spiegel

Kann ich davon profitieren, dass die EZB Anleihen kauft? Am Montag beginnt das umstrittene Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Jeden Monat will Mario Draghi für 60 Milliarden Euro europäische Staatsanleihen aufkaufen: auch und vor allem von Krisenstaaten. Vier Vermögensverwalter erklären, wie sie sich dazu positionieren. Focus

Griechenland

Denn sie wissen nicht, was sie tun In Griechenland regiert auch unter der neuen Regierung das Chaos. Gehälter werden nicht bezahlt, der Staat hält sich mit Tricks über Wasser, Finanzminister Varoufakis bringt eine Volksabstimmung ins Spiel. Kommt es jetzt zum Graccident? FAZ

Ohne drittes Hilfspaket – Staatsbankrott Griechenlands Premier Alexis Tsipras lehnt ein drittes Hilfspaket vehement ab. Deutsche Ökonomen halten weitere Hilfsmilliarden dagegen für unabdingbar. Auch ein Austritt Griechenlands aus dem Euro ist nicht vom Tisch. Handelsblatt

Späte Rechtfertigungen Die deutsche Schuld ist nicht beglichen. Der Historiker Hagen Fleischer antwortet auf die Kolumne „Griechische Schuldenlegenden“ von Götz Aly in der Ausgabe der Berliner Zeitung von Dienstag, dem 24. Februar 2015. Berliner Zeitung

Wie der Süden Europas den „Tod durch Sparen“ verhindern will Griechenland, Spanien – und dann? Die Wut über die Folgen des Sparens ergreift am Mittelmeer ein Land nach dem anderen. Und sie schafft überraschende Allianzen. Süddeutsche Zeitung

EU-Armee

Juncker-Idee einer EU-Armee schwächt die Nato Der Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Juncker, eine Armee unter EU-Kommando zu stellen, entspricht nicht dem Ernst der Lage. Er scheint sich über die Konsequenzen gar nicht im Klaren zu sein. Die Welt

Europa-Armee – nein, danke! Jean-Claude Juncker regt eine EU-Armee an. Sie soll verlorenen Einfluss kompensieren. Doch neben der erfolgreichen Nato ist keine weitere gemeinsame Truppe vonnöten. Und eine Abschaffung des Parlamentsvorbehalts ist undenkbar. Kölner Stadt-Anzeiger

Eile mit Weile Die deutsche Verteidigungsministerin und der EU-Kommissionspräsident sind Geschwister im Geiste: Sie wollen die europäische Verteidigung auf eine neue Basis stellen und fordern dazu eine europäische Armee. Nordwest Zeitung

Eine Vision, mehr nicht Wenn die Realität besonders hart ist, ist ein Griff zu den Sternen verlockend. Das weiß auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Visionen sind nicht nur per se inspirierend… Badische Zeitung

USA

Obama feiert Bürgerrechtler – und preist Amerika 50 Jahre nach dem „Bloody Sunday“ in Selma appelliert Barack Obama in einer großen Rede an das „Wir“-Gefühl der Amerikaner. Alle müssten sich dafür einsetzen, die USA zu verändern. Er betont, dass sich viel im Verhältnis von Weißen und Schwarzen verbessert habe – trotz Ferguson. Süddeutsche Zeitung

Selma ist nicht mehr wie Ferguson Heute vor 50 Jahren knüppelten weiße Polizisten im Städchen Selma schwarze Bürgerrechtler zusammen. Dieser „Bloody Sunday“ ist momentan Stoff für einen großen Hollywood-Film. Aber wie sieht es in Selma heute aus? Tagesschau

Selma ist nicht Ferguson Die Proteste von Selma gelten als ein Meilenstein in der Geschichte der US-Bürgerrechtsbewegung. Zum 50. Jahrestag mahnte Präsident Obama in einer Rede, dass trotz großer Fortschritte noch viel zu tun sei. Südwest Presse

Die Brücke von Selma Der „Blutige Sonntag“ in der Stadt Selma jährt sich zum 50. Mal. Die Protestmärsche dort markieren eine Wegmarke in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Wie Martin Luther King den Schwarzen in Amerika das Wahlrecht sicherte. FAZ

Obama’s Selma Speech Encapsulated „America is not some fragile thing.“ Words to live by. The Atlantic

Selma highlights hypocrisy on voting rights, Democrats say Fifty years after the march, voting rights legislation is languishing. Politico

Rechtsextremismus

Ortsbürgermeister tritt aus Angst vor NPD-Hetze zurück Der Bürgermeister von Tröglitz in Sachsen-Anhalt ist zurückgetreten, weil die NPD vor seinem Haus demonstrieren wollte. Er hatte sich für Flüchtlinge eingesetzt. Zeit

Nazi-Hetze zwingt Ortsbürgermeister zum Rücktritt In einer Gemeinde im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis tritt ein von der CDU nominierter Ortsbürgermeister zurück – die NPD hatte ihn wegen seines Engagements für Flüchtlinge bedroht. Tagesspiegel

Im Stich gelassen Lars Geipel meint, dass die fehlende moralische Unterstützung für den Tröglitzer Bürgermeister Markus Nierth fatale Nebenwirkungen für das Land hat. Mitteldeutsche Zeitung

Internationaler Frauentag

Ins Patriarchat gebombt Das 21. Jahrhundert gehört nicht den Frauen. Letztlich steht einem „Megatrend Frau“ das gleiche System wie eh und je im Weg: das Patriarchat. Frankfurter Rundschau

Jeder arme Mann verdient seine Chance, sich hochzuschlafen Kaum ist die Frauenquote für die Aufsichtsräte deutscher Dax-Konzerne verabschiedet, geht es erst richtig los mit den Problemen. Eine Glosse zum Weltfrauentag. Berliner Zeitung

Hut ab vor diesen Frauen Geht es den Frauen in Deutschland heute besser als ihren Müttern? Ist das Leben in den letzten 30 Jahren leichter geworden – weil es Kitas gibt, Frauenförderung und Gleichstellungsgesetze? WAZ

Die Quotenwalze Frauenquotenbefürworter tun genau das, was sie „den Männern“ immer vorwerfen: Sie verfolgen eine Taktik des Niederwalzens. So dass alle, die die Sache anders oder differenzierter sehen, lieber die Klappe halten. FAZ

Viel Lärm um wenig Es passt so schön: Morgen ist Weltfrauentag, heute kommt die Frauenquote. Na bitte, liebe Frauen, was wollt ihr mehr? „Viel mehr“, lautet die Antwort – denn die gestern beschlossene Quote ist, mit Verlaub, ein Quötchen. Bonner General-Anzeiger

…one more thing!

Tokio fürchtet deutsche Kritik an Vergangenheitsbewältigung Sie fliegt 18 000 Kilometer in zwei Tagen: Merkel besucht Ministerpräsident Abe. Die Japaner schauen besonders auf eine Rede der Kanzlerin. Süddeutsche Zeitung

Leitartikel

Das Kreuz des Südens In den Krisenländern der Europäischen Union haben die Alten auf Kosten der Jungen die Arbeitsmärkte ruiniert. Jetzt sitzen viele von ihnen herum, sind abhängig von ihren Angehörigen – und werden radikal Die Welt

Russische Spur Die Ermittler im Mordfall Nemzow haben eine Spur in den Kaukasus gefunden. Eine Verstrickung des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow scheint nicht abwegig. FAZ

Die Fusion der Terrorpartner In schwierigen wie in guten Zeiten wollen die Terrororganisationen IS und Boko Haram zusammenstehen. Das klingt kitschig, dahinter aber verbirgt sich eine moderne strategische Partnerschaft des Schreckens. Berliner Zeitung

Der Westen muss endlich aufwachen! Die Welt ist durch ISIS und Boko Haram in größter Gefahr. Der Westen müsse nun mit allen Mitteln gegen die Terroristen vorgehen. Bild

Macht der Moneten Frauen erzielen höhere Renditen und bessere Ergebnisse. In Führungspositionen fehlen sie weiterhin. Deshalb ist die Quote richtig. Wirtschaftswoche

Mehr Zeit für Sex und Rock ’n’ Roll Bald werden uns die Maschinen nicht mehr brauchen – außer als Datenproduzenten und Konsumenten. Keine schlechte Aussicht Tagessspiegel

Kontrenzier dich! Die Kunst, aufmerksam zu beleiben und die eigenen Zeile zu erreichen Spiegel (Print)

Folge deinem Bauchgefühl! Gesundheit, Seele, Figur – wie der Darm unser Leben bestimmt Focus (Print)

Fading hope Foreign businesses are looking beyond falling oil prices and a limping economy Economist

Meet the Politicians Trying to Bury America’s Past Our short historical memory is no accident. The Nation

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