SPD, Sprachhygiene, Italien, Schweiz, Strafzölle & Oscars

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SPD

Ein Stein so groß wie Willy Brandt Die SPD lässt sich noch einmal in die Pflicht nehmen. Doch nicht nur sie steht jetzt vor der schwierigen Aufgabe, sich in der Regierungsverantwortung zu erneuern. FAZ

Neustart auf wackligen Beinen Für die SPD ist das Ja zur großen Koalition keine politische Überlebensgarantie. Und Kanzlerin Merkel wird viel tun müssen, um doch noch das Gefühl eines Aufbruchs zu erzeugen. Süddeutsche Zeitung

Der Niedergang ist aufgeschoben Die SPD hat sich in eine Regierung gerettet. Aus Überzeugung dürfte das nicht geschehen sein, ihre Probleme hat die Partei damit nicht gelöst. Frankfurter Rundschau

Die SPD-Mitglieder sind jetzt erst richtig gefragt Der Koalitionsvertrag kann diese Republik tiefgreifend verändern. Die SPD-Spitze muss aber Ideen und Lebenswirklichkeit in Einklang bringen – und die Basis weiter einbeziehen. Tagesspiegel

Erneuerung im alten Korsett Im Streit um die große Koalition haben sich die Befürworter in der SPD durchgesetzt. Nun trösten sich alle mit dem Versprechen von Erneuerung. Vielen reicht das nicht. Zeit

Die seltsame Stille nach dem „Ja“ Nach dem Groko-Votum beschwören Sieger und Verlierer die Einheit der SPD. Und wollen die Partei erneuern. Aber wie soll das aussehen? taz

Groko-Schauspiel hat Vertrauenskrise verschärft Die Mitglieder der SPD beenden die Hängepartie und sagen schweren Herzens „Ja“ zum Bündnis mit der Union. Das ist gut für die Partei und für das Land. Augsburger Allgemeine

Das Geräusch hundertfachen Ausatmens „Arbeit“, „endlich“ und „anpacken“: CDU-Politiker bringen nach dem eindeutigen Mitgliedervotum der SPD ihre Erleichterung zum Ausdruck. Der Partei bleiben dennoch viele Unsicherheiten. FAZ

Das Ringen um die Ministerposten hat begonnen Es gestaltet sich reichlich kompliziert, die sechs SPD-Minister fürs Regierungsteam auszuwählen – ganz egal, ob Sigmar Gabriel dabei ist oder nicht. Süddeutsche Zeitung

Ratlose Genossen – Die Krise der Sozialdemokratie – Internationaler Frühschoppen vom 04.03.2018 phoenix

Sprachhygiene

Deutsche Hymne bald ohne „Vaterland“? Die Gleichstellungsbeauftrage des Familienministeriums will die Nationalhymne ändern. Frankfurter Rundschau

Unsere Nationalhymne ist modern genug Die Gleichstellungsbeauftragte des Frauenministeriums will die deutsche Nationalhymne gendergerecht aktualisieren – ohne „brüderlich“ und „Vaterland“. Hymnentexte sind aber keine Behördenschreiben, sondern das Werk von Dichtern. Die Welt

Gegenderte Nationalhymne? Ein Vorschlag zur Unzeit! Die Gleichstellungsbeauftragte tut ihrem Themenfeld mit dem Vorschlag keinen Gefallen, die Nationalhymne zu gendern. Er zeugt von Gegenwartsvergessenheit. Tagesspiegel

Über den AfD-Unsinn aufklären Wieder einmal haben die Krawatten-Rassisten die demokratischen Parteien provoziert. Thema: Deutsch ins Grundgesetz. Wie sollten Demokraten reagieren? Mit Schweigen? Frankfurter Rundschau

Die Mohren-Apotheke gehört zu Frankfurt Darf eine Pharmazie „Mohren-Apotheke“ heißen? Darüber wird in Frankfurt gestritten. Der sprachhygienische Furor ist lehrreich. Denn er zeigt, wie man Zeitgenossen, denen Rassismus fern ist, in die Arme der AfD treibt. FAZ

Italien

Die politische Landschaft wandelt sich dramatisch Um das Land südlich des Brenners zusammenzuhalten, ist jetzt viel Geschick notwendig. Vier Erkenntnisse. Süddeutsche Zeitung

Italiens Sehnsucht nach dem besseren Leben So klar der Wille der Wähler nach Wechsel, so unklar ist am Morgen nach der Wahl, wie Italiens künftige Regierung aussehen wird. Tagesspiegel

Unregierbar und verloren Italien hat immer dann das Beste von sich gezeigt, wenn es kurz vor dem Untergang stand. Bei der heutigen Wahl könnte es zum ersten Mal anders sein – egal wer gewinnt. Zeit

Das Italien-Drama und die wirtschaftlichen Folgen Italien hat sich ein bizarres Ergebnis zusammengewählt. Eine stabile Regierung scheint in weiter Ferne – und doch dürften die Märkte zunächst gelassen bleiben. Drei Lehren aus der Wahl für den Rest der Euro-Zone. Wirtschaftswoche

Sieg der Protestwähler In Italien siegen die Kräfte, die Politik als Karneval der Bauchgefühle und Pöbelveranstaltung betreiben. Die Rechte liegt vorn, gefolgt von den Cinque Stelle, die Linke wird abgestraft. NZZ

„Eind grässliches Monster“ Italien hat Europa tiefer in die Krise gewählt: So fatal ist das Ergebnis der Parlamentswahlen HuffPost

The Five Star movement does best, but no one wins a majority Coalition negotiations could now take many weeks Economist

Italy’s Messy Politics Are No Longer Local The extremists get louder, the center struggles, and all of Europe will feel the effects. The Atlantic

Schweiz

Es braucht dennoch eine SRG-Reform Das deutliche Nein zur No-Billag-Initiative schafft die Gelegenheit, in der derzeit hektischen medienpolitischen Diskussion einmal durchzuatmen. Doch Reformen sind angesichts des Medienwandels nötig. NZZ

Ein trügerischer Sieg Trotz des Neins zu No Billag ist eines erreicht worden: eine Debatte über die Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen. Und die braucht die Schweiz dringend. Zeit

Unabhängigkeit Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) kann weiter das tun, was für die Demokratie und die Meinungsbildung so wichtig ist: unabhängig berichten – und das auch noch in allen Landessprachen. Bonner General-Anzeiger

Schweizer Fingerzeig für ARD und ZDF Die Schweizer haben zwar deutlich für die Öffentlich-Rechtlichen gestimmt. Aber „NoBillag“ hat Probleme aufgezeigt, die auch in Deutschland existieren. taz

Strafzölle

Trumps deutsche Freunde Mit Strafzöllen auf Stahl und Alu ist der transatlantische Freihandel endgültig passé. Donald Trump macht jetzt das, was sich viele Deutsche schon immer herbeigesehnt haben. FAZ

Europa sollte sich Trump öffnen – statt ihm zu drohen Erst Stahl und Aluminium, nun auch Autos: Donald Trump kündigt weitere Zölle an. Europa sollte darauf nicht mit Vergeltung reagieren, sondern mit klugen Vorschlägen. Süddeutsche Zeitung

Schauspiel mit Symbolhandlungen Die Aufregung ist groß und Donald Trump glücklich. Was wirklich aus seinen wilden Handelskrieg-Drohungen wird, entscheiden – wieder mal – andere. Tagesspiegel

Trump hat das Maß des Erträglichen überschritten Nach Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium knöpft sich der US-Präsident jetzt die für Deutschland so wichtige Autoindustrie vor. Die Europäer müssen ihre Kräfte bündeln und gemeinsame Antworten finden. Die Welt

Donald Trumps Ordnung Die Drohungen des US-Präsidenten zielen auf ein vollkommen neues System des globalen Handels. Können Europa und Asien sich wehren? Eine Entscheidung für die staatspolitische Verantwortung Frankfurter Rundschau

Trumps Importzölle drohen das System der globalen Handelsregeln zu sprengen Die Umstände von Trumps jüngstem Alleingang sind außergewöhnlich. Auch könnten Importzölle bewährte Absprachen im Welthandel kollabieren lassen. Handelsblatt

Araberclans in Berlin machen, was sie wollen Fast ungestört betreiben Clans in der Hauptstadt Drogenhandel, Prostitution, Glücksspiel und gezielte Raubüberfälle. Die wenigen Verurteilungen sind eher milde als abschreckend. Arme Stadt! Die Welt

Oscar 2018

Das erschütterte Hollywood zeigt sich optimistisch “MeToo” und der Erfolg von „Black Panther“ haben die Traumfabrik aufgewühlt. Die Revolution bleibt bei der 90. Oscar-Verleihung aus. Doch es gibt starke Reden und positive Signale. Tagesspiegel

Die politische Preisverleihung Der Skandal um sexuelle Übergriffe in Hollywood und Donald Trumps Immigrationspolitik spielen eine tragende Rolle in der Oscar-Nacht. Handelsblatt

Ein Zeichen gegen Zynismus Ein behutsames, melancholisches Märchen über zwei Außenseiter und die Kraft der Liebe ist in der 90. Oscarnacht als bester Film ausgezeichnet worden. Damit setzt Hollywood auf die alten, klassischen Qualitäten des Kinos. Rheinische Post

Frauen spielen die Nebenrolle Hollywood spricht seit Weinstein nicht nur über sexuelle Belästigung, sondern auch über strukturelle Diskriminierung. Welche Rolle spielen dabei die Oscars? FAZ

… one more thing!

Natürlich dürfen wir uns andere Kulturen aneignen Bei seinem Staatsbesuch in Indien inszenierte sich Kanadas Premier wie in Bollywood. Das Fremde als Accessoire? Die Kritik daran kommt von ganz links – klingt aber genauso wie von ganz rechts. Die Welt

Leitartikel

Die SPD-Mitglieder haben entschieden nach dem Motto: Erst das Land, dann die Partei. Viele dürften dies mit Bedenken oder innerlicher Unruhe getan haben – dafür gibt es gute Gründe. Diesen muss sich die Partei nun zuwenden. Die Welt

Regieren – ganz oder gar nicht? Die SPD-Mitglieder haben sich fürs Regieren entschieden. Die Sozialdemokratie muss dafür sorgen, dass es mehr wird als ein „Weiter so“. Frankfurter Rundschau

Ist der Zusammenbruch der SPD noch zu verhindern? Ob die Sozialdemokraten überleben, ist auch nach dem Mitgliederentscheid keineswegs gewiss. Machen sie weiter wie bisher, kann man sie als ernstzunehmende politische Kraft vergessen. Süddeutsche Zeitung

Europäische Baustellen Nach fast einem halben Jahr hat der deutsche Regierungs-Bautrupp seine Pause beendet und geht wieder an die Arbeit. Es wird höchste Zeit. FAZ

Die Groko kommt, und das ist auch gut so Die Parteien haben gerade viel mit sich selbst zu tun – die Welt wartet jedoch nicht auf eine deutsche Regierung. Zum Beispiel Syrien. Die Lage muss besser werden. Tagesspiegel

Keine rechtsfreien Räume! Eine Familie beschließt, die Tochter umzubringen. Das Mädchen wollte sich von dem Mann trennen, mit dem es zwangsverheiratet worden war. Bild

Der Diebstahl Die Wut der Autofahrer – und wie der Verkehr der Zukunft aussehen könnte Spiegel (Print)

Was unser Gesicht verrät Wie sich im Antlitz Charakter, Gefühle und Absichten spiegeln und Software uns durchschaubar macht Focus (Print)

The aftermath of the Weinstein scandal The furore in Hollywood will result in different stories making it to the screen Economist

Do We Need to Redefine Masculinity—or Get Rid of It? It might not be enough to expand on masculinity’s so-called “innate properties.” We might have to rethink the idea of innate manhood altogether. The Nation

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