SPD, Asyl, Flüchtlinge, Nordkorea, G7, Fall Susanna & Fußball

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SPD

Es tut weh, der SPD beim Selbstmord zuzusehen Die Sozialdemokraten glauben, sie könnten sich mit Selbsterfahrungsklausuren über Wasser halten. Der absolute Todesstoß ist allerdings die ignorante Selbstbedienung bei der Parteienfinanzierung. Tschüss. Die Welt

Das Chaos in autorisierter Fassung Martin Schulz gab sie in Auftrag, jetzt muss Andrea Nahles eine trostlose Analyse der Wahlniederlage der SPD präsentieren. Dabei beachtet sie nicht alle Empfehlungen der Fachleute. FAZ

Unfähig im Wahlkampf Die SPD hat das Wahlkampfdesaster auswerten lassen. Vor allem für die Parteizentrale ist das Fazit verheerend. Und in der Partei macht inzwischen jeder, was er will. Zeit

Systemfehler der SPD Die von der SPD veröffentlichte Analyse der vergangenen Wahlschlappen lese sich wie eine Generalabrechnung mit dem Ex-Vorsitzenden, meint Frank Capellan. Offenbar sei die SPD unter Sigmar Gabriel eine One-Man-Show gewesen – nur müssten sich auch andere Spitzengenossen fragen, warum es überhaupt so weit kommen konnte. Deutschlandfunk

Gelingt der SPD die Sanierung aus eigener Kraft? Das schlechteste Ergebnis der Sozialdemokraten bei einer Bundestagswahl, interne Machtkämpfe, fehlende Inhalte: Mithilfe einer Studie will sich die SPD nun systematisch ihrer Krise stellen. Mutig oder gefährlich? Deutsche Welle

Fünf Dinge, die die SPD besser machen muss Der Evaluationsbericht zum SPD-Bundestagswahlkampf zeigt: Die Partei darf sich nichts mehr schönreden. Sie muss auch mal anecken und Kampagnen besser planen. Von Lars Klingbeil. Zeit

Asylverfahren

Eine Ablehnung sollte eine Ablehnung bleiben Das Vertrauen der Bevölkerung in unsere Strukturen und Behörden muss wieder wachsen. Abgelehnte Asylbewerber dürfen nicht jahrelang bleiben, weil Gerichtsverfahren anhängig sind. Es braucht rechtssichere Verfahren für das BAMF. Die Welt

Wie Seehofer gute Asylpolitik machen könnte Dass Innenminister Horst Seehofer und Kanzlerin Angela Merkel wieder über Flüchtlingspolitk streiten, verwundert nicht. Dabei müsste Seehofer den Schwerpunkt nur anders setzen. Süddeutsche Zeitung

Seehofers Scheitern an Merkels Grenze Der 63-Punkte-Masterplan von Horst Seehofer wurde nach seinem Gespräch mit der Kanzlerin abgesagt. Das ist ein größter anzunehmender Kommunikationsunfall – aber nicht nur. Tagesspiegel

Asyl, heiß-kalt Karlsruhe ist darauf angewiesen, übers einschlägige einfache Recht aus gut gemachten Verfassungsbeschwerden unterrichtet zu werden: Der Verfassungsrichter Ulrich Maidowski beim Anwaltstag in Mannheim. FAZ

Flüchtlingspolitik

Die Italiener machen dicht. Verübeln kann ihnen das keiner Lange hat das Land mehr EU-Unterstützung bei der Aufnahme von Flüchtlingen gefordert. Jetzt reicht es der Regierung in Rom. Verständlich. Brüssel und Berlin müssten helfen, statt sich zu empören. Die Welt

Dreist und unmenschlich Dass Italiens Innenminister Matteo Salvini ein Schiff voller Flüchtlinge nicht in Italiens Häfen lässt, ist verurteilenswert. Doch die EU trägt eine Mitverantwortung an dem Vorfall. Bonner General-Anzeiger

Europa verschanzt sich Die EU hat Italien mit der Verantwortung für Geflüchtete alleingelassen – das glauben dort nicht nur die Rechten. Deshalb ist die Geste Spaniens wichtig. taz

Nordkorea

Ein Treffen auf Augenhöhe Für den nordkoreanischen Diktator ist das Treffen an sich schon ein Erfolg. Die offene Frage ist: Was genau steht in der Vereinbarung, die die Staatschefs unterzeichnet haben? Davon hängt ab, ob auch der US-Präsident zufrieden sein kann. Süddeutsche Zeitung

Die Arbeit beginnt Es ist gut, dass in Singapur verhandelt wurde, doch die schwierigen Gespräche beginnen jetzt erst. Auch weil es noch andere Mächte gibt, die mitmischen wollen. FAZ

Kim durchbricht die Isolation seines Landes Schon bevor die Ergebnisse des historischen Gipfeltreffens feststehen, hat Nordkoreas Machthaber große Erfolge erzielt. Handelsblatt

Wird aus Skepsis Hoffnung? Berliner Zeitung

„Kim weiß, ohne Atomwaffen ist er verloren“ Der Nordkorea-Experte Andrei Lankov erklärt, was vom Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong-un zu erwarten ist. Und warum es vor allem um eine Menge Geld geht. Süddeutsche Zeitung

Wenigstens ein paar gute Schlagzeilen Die Medien sind fasziniert vom Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un. Gastgeber Singapur sorgt für die perfekte Bühne, ganz nach dem Geschmack der Protagonisten. Zeit

Herrn Kims Gespür für den Markt Äußerlich gibt sich Nordkorea immer noch stalinistisch. Doch dahinter entsteht immer mehr Raum für private Unternehmer. Dem Regime nutzt es – steht ein Wandel bevor? FAZ

Talks between America and North Korea might succeed—at a terrible price Would Donald Trump sell America’s allies down the river? Economist

Bringing Real News to North Koreans What the Truth Could Do to Pyongyang Foreign Affairs

Nukes Aren’t the End of North Korea’s Arsenal Any deal needs to remember Pyongyang’s range of deadly programs. Foreign Policy

G7

Suche nach Gleichgesinnten Trump unterscheidet nicht mehr zwischen Freund und Feind. Jetzt suchen die Europäer nach Gleichgesinnten auf der Welt. Fraglich ist nur, ob geopolitisch exponierte Länder den offenen Konflikt mit Washington riskieren wollen. FAZ

Dann eben keine G7-Gipfel mehr Wem sollen Eklats wie der vom Samstag in Kanada eigentlich dienen? Dann besser gleich auf die ganze Gipfelei verzichten. Das Format hat sich ohnehin schon seit mehr als einem Jahrzehnt überlebt. Deutsche Welle

„So kann man nicht Politik machen“ Der EU-Parlamentarier Michael Gahler hat die Reaktion von US-Präsident Donald Trump nach dem G7-Treffen stark kritisiert. Trotzdem bleibe es wichtig, im Dialog mit den USA zu bleiben, unterstrich der CDU-Politiker. „Wir müssen gemeinsam als Europäer und Gleichgesinnte Widerstand leisten“, sagte Gahler. Deutschlandfunk

Die Ecken der Hölle Die Wirtschaftsberater Trumps sind angriffslustig und teilen gegen den kanadischen Premierminister Trudeau aus. Auf die Vorwürfe reagiert dessen Umfeld typisch kanadisch. FAZ

A Senior White House Official Defines the Trump Doctrine: ‘We’re America, Bitch’ The president believes that the United States owes nothing to anyone—especially its allies. The Atlantic

The statement signed by Trump and Kim Full text Politico

Deal or No Deal? Trumps neue Weltordnung Unter den Linden vom 11.06.18 phoenix

Fall Susanna

Rechtlich äußerst heikel Die Festnahme des Ali B., der die 14-jährige Susanna F. getötet haben soll, war für die kurdische Regierung eine Gelegenheit, den Deutschen einen Gefallen zu erweisen. Brisant ist die Frage, ob das Vorgehen zu einem Verfahrenshindernis werden könnte. Süddeutsche Zeitung

Die Rückholung von Ali B. bringt nur Helden auf Zeit Im Mordfall der 14-jährigen Susanna hat der Chef der Bundespolizei den Verdächtigen persönlich zurück nach Deutschland geholt. Sein Handeln könnte auf lange Sicht zum Problem für Merkel und Co. werden. Tagesspiegel

Gewalt gegen Frauen ist das Thema, nicht die Hautfarbe des Täters Berliner Zeitung

Lynchjustiz im Fall Susanna: Nein. Justiz: Ja. Warum erschüttert uns der Tod von Susanna so? Weil die Flüchtlingskrise an den Zusammenhalt der Gesellschaft rührt. Dafür brauchen wir klare Regeln. Augsburger Allgemeine

Der Fall Susanna: Die große Show Sie haben ihn! Bei der Rückführung des mutmaßlichen Mörders Ali B. setzten Polizei und Boulevard auf die Macht der Bilder. Mit Erfolg – doch ein ungutes Gefühl bleibt. stern

Fußball-WM

Zur Treue verdammt Als Fußballfan kann man nicht anders, man muss einfach hinschauen. Man kann nur hoffen, dass die Berichterstatter auch über die politischen Schweinereien um die WM herum berichten. Ein Pro-WM-Kommentar. Frankfurter Rundschau

Untreu werden Ein Boykott, der keinem auffällt, ist lächerlich. Trotzdem sollte man es wagen. Um der Fifa und dem DFB das vage Gefühl zu geben, sie könnten den Erfolg ihrer lukrativen Sache doch gefährden. Ein Contra-WM-Kommentar. Frankfurter Rundschau

Die Fifa ist nicht in Hochform Russland ist für die Fussball-WM bereit. Doch vor dem Startspiel zeigt sich, dass der Weltverband auch unter Präsident Gianni Infantino in schlechten Gewohnheiten verharrt. NZZ

Ignoranz des DFB gefährdet WM-Erfolg Die Fußball-Nationalelf reist mit dem Geist Erdogans zur WM. Sicher ist: Ohne eine wirklich offene und ehrliche Diskussion ist die Chance auf einen Schulterschluss zwischen dem DFB-Team und ihren Fans nicht gegeben. FAZ

Vergiftete Atmosphäre Der Einsatz von Ilkay Gündogan im Länderspiel gegen Saudi-Arabien wurde von deutlich hörbaren Pfiffen begleitet. Unser Autor meint: Ein wenig hat der DFB um Direktor Oliver Bierhoff die Anfeindungen wohl auch geschürt. Bonner General-Anzeiger

… one more thing!

Schallende Ohrfeige Weiß Daimler-Chef Zetsche eigentlich noch, was in seinem Unternehmen vor sich geht? Der angeordnete Rückruf wird teuer für das Unternehmen, dabei hätte es noch schlimmer kommen können. FAZ

Leitartikel

Angela Merkel, die freie Welt und ihr Kampf für Europa Trump macht möglich, was Putin, Erdoğan und Xi nicht geschafft haben: Der aggressive US-Präsident zwingt Merkel in eine Rolle, die sie vermeiden wollte. Sie muss Europa stark machen, damit es zwischen den Autokraten der Neuzeit überleben kann. Süddeutsche Zeitung

Freunde wie Feinde, Feinde wie Freunde Trumps Amoklauf müsste die Europäer einen. Doch auch diesseits des Atlantiks werden wieder alte Klischees mobilisiert, um von eigenem Versagen abzulenken. FAZ

Die SPD – wäre es nicht so traurig, könnte man laut lachen Mit ihrer Fehleranalyse zeigt die SPD, dass sie nicht weiß, was die Stunde geschlagen hat. Von kühnen Ideen keine Spur. Die Führung um Nahles meint allen Ernstes: Es bringt die Partei voran, wenn man den Kanzlerkandidaten früher präsentiert. Die Welt

Asylrecht umsetzen, nicht ignorieren Seehofer und Merkel streiten, wieder mal, über Zuwanderung und Asyl. Dieser neue Zoff in der Union ist absurd. Bild

Trump, Johnson and the route to trade mayhem Both men believe that tiresome details can be left for underlings to sort out Financial Times

A Quisling and His Enablers An anti-American president and the party that won’t lift a finger to stop him. New York Times

We Are Living A Constitutional Crisis The crux of America’s crisis: Our system of government was designed to constrain power, but Trump doesn’t want his power to be constrained. Newsweek

King Me Donald Trump’s Campaign to Discredit the Russia Investigation May Be Working. It’s Also Damaging American Democracy Time

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